12.09.2012

TV-Kritik: Der neue »Sportschau-Club«

Endlich wieder Italien!


Nach dem Länderspiel ist vor dem ARD-Club. Allerdings nicht mehr mit Waldemar Hartmann. Die Sendung heißt nun »Sportschau-Club«, ist schlichter gehalten und mit Gästen aus der Fußballszene besetzt. Eine Richtung fehlt ihr allerdings noch. Es sei denn, die nächsten Jahre wird fortlaufend über das Italien-Spiel diskutiert.

Text:
Christoph Erbelding
Bild:
ARD

Bis vor kurzem ging es nach einem Länderspiel in der ARD gewollt spaßig weiter. Waldemar Hartmann lud ein zum Nachklapp der guten Laune. Hansi Müller, der Europameister von 1980, war Stammgast, und sogar Jürgen von der Lippe oder Campino gaben sich hin und wieder die Ehre. Doch das war einmal. »Waldis Club« ist weg. Das heißt: So halb. Die Nachfolgesendung heißt auch Club – »Sportschau-Club«. Ohne Waldi. Mit Opdenhövel. Ohne Showbiz-Menschen. Mit Fußball-Gästen. Gestern feierte die Sendung Premiere.



Das Konzept ist ein anderes. Das Studio ist zum Beispiel im schlichten Talkshow-Schick gehalten. Es gibt es eine weiße Couch statt Holzbank, dafür kein Publikum. Und statt Weißbier in rauen Mengen bekommen die Gäste nicht mal ein Glas Wasser. Moderator Matthias Opdenhövel traut man mehr Seriosität zu. Gut gelaunt sollen die Gäste weiterhin sein, sonst wäre wohl kaum Österreichs Spaßkanone Franz Wohlfahrt bei der Premiere dabei gewesen. Der Unterschied zu früher: Wohlfahrt hatte als ÖFB-Torwarttrainer tatsächlich was zu tun mit dem gerade beendeten Spiel. Wie Oliver Bierhoff. Oder indirekt Ralf Rangnick, Sportdirektor von RB Salzburg. Eine Expertenrunde, die den 2:1-Zittersieg der DFB-Elf auseinandernehmen wird. So der erste Eindruck.


»Das hier war zum Auflockern«, sagt er. »Jetzt Tacheles!«

Doch erst einmal ist vieles wie immer – hartmannesk. Es kommt schließlich nicht alle Tage vor, dass man den alten VfB-Keeper Wohlfahrt als Gast begrüßt, der vor Jahren unter Joachim Löw mit Stuttgart den DFB-Pokal gewann. Das Tagesgeschehen ist deswegen zunächst irrelevant. Opdenhövel macht die Zuschauer heiß. »Da haben wir gleich noch sensationelle Bilder«, jubelt er. Sie zeigen die feiernden Franz Wohlfahrt und Jogi Löw. Abgehakt. Auch mit Bierhoff geht es zunächst nicht um Österreich gegen Deutschland, sondern um Austria Salzburg, Saison 1990/91 – die erste sportliche Auslandsstation des späteren Golden-Goal-Helden. Bevor Bierhoff loslegt, besinnt sich Opdenhövel. »Das hier war zum Auflockern«, sagt er. »Jetzt Tacheles!«

 
 
 
 
 
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