TSV 1860 München vor der Pleite

Klares Nein zur Rettung

Die Löwen-Krise spaltet die Fans: Während das eine Lager den TSV 1860 München vor der Pleite retten will, wehren sich viele Fans gegen die erneute Rettung des Vereins. Vor allem wegen des Engagements des FC Bayern. TSV 1860 München vor der Pleite imago

Der TSV 1860 München soll kurz vor der Rettung stehen. Eine gute Nachricht für alle Freunde und Fans des Vereins? Mitnichten. 40 Fanklubs des insolvenzbedrohten Zweitligisten haben eine Erklärung unterschrieben, die diese Rettung ablehnt. Auch die Arge, ein Zusammenschluss von etwa 500 Fanklubs, ist offenbar gespalten: Zunächst schloss sie sich am Donnerstagvormittag auf ihrer Internetseite einem Aufruf zu einer Demonstration für den Erhalt des Profiklubs am Samstag auf dem Münchner Marienplatz an. Später wurde der Aufruf wieder von der Seite genommen. Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung deuteten auch Mitglieder von Arge-Fanklubs an, die würden lieber eine Insolvenz sehen.

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Am Mittwoch berichtete die Süddeutsche Zeitung, dass 1860 nun doch kurz davor ist, eine kurzfristige Lösung für seine Finanzprobleme gefunden zu haben. Dabei muss die TSV 1860 München KgaA, die ausgegliederte Profi-Abteilung, bis zum Monatsende etwa zehn Millionen Euro auftreiben, um das Problem der Altschulden zu lösen, Gehälter zahlen und die Lizenz für die kommende Zweitliga-Saison beantragen zu können. Eine Allianz aus einem offenbar seriösen Investor aus dem Ausland, einer namhaften privaten Geschäftsbank aus Deutschland, der Landesbank, der Stadtsparkasse und nicht zuletzt des FC Bayern soll das bewerkstelligen.

Doch gerade das Engagement des Lokalrivalen ruft bei Teilen der Anhänger großes Misstrauen hervor. »Die Heimspiele vor weniger als 10.000 Zuschauern in der Fröttmaninger Einöde decken schon lange nicht mehr die Kosten der WM-Arena, man hängt am Tropf des ungeliebten Lokalrivalen«, steht in einer Erklärung, die bis Donnerstagmittag 40 Fanklubs unterschrieben haben. Eine weitere Finanzspritze des Nachbarn bezeichnen sie als »Damoklesschwert«.

»Der Verein wird nur noch künstlich am Leben erhalten.«

Auf die Frage, wer Interesse habe an einer Rettung des TSV 1860 in seiner jetzigen Form, finden die Fanklubs eine Antwort: »Die Gläubiger.« Vor allem dem FC Bayern gehe es darum, »den TSV 1860 als zahlenden und demütigen Untermieter in der WM-Arena zu erhalten. Bei einem Ausfall des TSV 1860 als Mieter drohen dem Lokalrivalen bis zu 50 Millionen Euro an Mindereinnahmen, welche in dieser Höhe auch dem Branchenprimus schmerzen.«

Die Anhänger glauben: »Der Verein ist am Ende und wird nur noch künstlich am Leben erhalten.« Und folgern daraus: »Unter diesen Voraussetzungen sagen wir ganz klar NEIN zur erneuten Rettung des TSV 1860.« Sondern fordern die »überfällige Insolvenz« und einen Rückzug, der den Klub wohl in die fünftklassige Bayernliga führen würde.

An der Demonstration auf dem Münchner Marienplatz am Samstagabend nehmen diese Fans selbstredend nicht teil. Wie viele dorthin kommen werden, scheint deshalb ungewiss, denn die Unterzeichner der Anti-Rettungs-Erklärung vertreten durchaus einen guten Teil der Münchner Kurve.

Es tobt ein Streit im Fanlager des TSV 1860

Die Arge auf der anderen Seite gab sich wie häufig in den vergangenen Jahren zunächst als Unterstützer der Vereinsspitze zu erkennen und forderte auf ihrer Internetseite die Anhänger des Klubs auf, an der Veranstaltung teilzunehmen. Jeder Fan solle zwei Kerzen mitbringen und mit diesen solle während der sogenannten Earth Our, wenn in der Münchner Innenstadt um 20:30 Uhr die Lichter ausgeknipst werden, von oben sichtbare Zeichen gebildet werden: »1860 LEBT!«

Inzwischen ist der Aufruf von der Seite gelöscht. Offenbar tobt ein Streit im Fanlager des TSV 1860. Einigen Anhängern wäre es lieber, dieser TSV 1860 würde künftig in der Bayernliga kicken und im altehrwürdigen Grünwalder Stadion spielen. Gegner: der SV Seligenporten, SpVgg Unterhaching II und der TSV Buchbach. Zuschauerrekorde für Fünftliga-Spiele wären garantiert.

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