21.06.2012

Tschechiens Hoffnung steht im Tor

In der Ruhe liegt Cechs Kraft

Auf Petr Cechs Schultern lasten die Hoffnungen ganz Tschechiens. Der Torwart des FC Chelsea hat in dieser Saison mehr als 70 Spiele absolviert, er wirkt nach den EM-Spielen regelmäßig müde. Und dennoch haftet der Traum der Tschechen auf einen Sieg gegen Portugal an seinem Namen.

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Er sei müde, sagte Petr Cech. Sehr müde. Dabei wollte der Feldreporter des ZDF doch unbedingt Pathos aufsaugen, stolze Worte eines Helden, Grüße ans Heimatland, ein Siegerlächeln wenigstens. Cechs Mannschaft war schließlich soeben ins Viertelfinale eingezogen, mit 1:0 hatten die Tschechen die Polen besiegt. Wie fühlen Sie sich also, Herr Cech? Großartig, nicht wahr? Nun sagen Sie schon! Nein. Müde. Sehr müde.

Petr Cech hat mehr als 70 Saisonspiele in den Knochen, mit dem FC Chelsea ging er an die Grenze des Erreichbaren, hielt im Champions-League-Finale gegen den FC Bayern drei Elfmeter, gegen Robben, Olic, Schweini. Seit fast einem Jahrzehnt gehört er zur Weltspitze der Torhüter, er trägt bei dieser Europameisterschaft die Hoffnungen seiner Nation auf den Schultern.

Und dann auch noch dieser Namen: Cech! Als würde Manuel Neuer Manuel Deutscher heißen. Unter dieser Last darf man schon mal müde werden. Sogar sehr müde.

Doch offenbar ist das bei Petr Cech gar kein akuter Zustand. Dieser Mann hat von Natur aus etwas Somnambules an sich. Was dazu führt, dass er abseits des Platzes wie ein nicht mehr ganz so junger Student wirkt, dem bei der Frühvorlesung die Augen wegklappen. Wenn er aber im Tor steht, wird genau das zu seiner großen Qualität. „Traumwandlerisch sicher“ – selten hat dieses alte Sportschau-Attribut einen Torwart besser beschreiben als ihn.

Es dauert noch bis zum nächsten Schlaf

 
 
 
 
 
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