Trotz Niederlage in Jena

We love you Kickers!

Kickers-Blogger Timo Reith verzeiht seiner Mannschaft die Niederlage in Jena. Denn irgendwie war es schon vor diesem Spiel zu spüren, dass nichts Gutes passiert. Man kennt sich eben. Und enttäuscht sich selten. Sind wir mal ehrlich: Haben wir es nicht schon geahnt, dass es in Jena so
kommen würde?

Das Bauchgefühl ließ sich die Tage vor dem Spiel noch ganz gut ignorieren.
Schließlich waren wir seit Sonntag und dem etwas glücklichen Arbeitssieg
gegen Mainz das Überraschungsteam der zweiten Liga. Feierlaune war angesagt.
Eigentlich.

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Aber schon auf dem Nachhauseweg am Sonntag war sie nicht wirklich zu spüren.
Keine Gesänge auf den Straßen, keine Hupkonzerte. Es schien als wollte ein
jeder den tollen Saisonstart insgeheim und ohne großes Tamtam genießen, um
nicht die bösen Fußballgeister heraufzubeschwören.

Aber sie waren da und begleiteten uns heimlich auf Schritt und Tritt bis zu
diesem Mittwoch Abend, an dem wir gegen das Tabellenschlusslicht antreten
sollten.

Habt ihr euch nicht auch vorher schon überlegt, wie die Schlagzeilen nach
diesem Spiel lauten könnten? “OFC leistet Aufbauhilfe in Jena” oder “Sieg
gegen Mainz stieg den Offenbachern zu Kopf”? Diese Vorstellungen konnten wir
aber schnell verdrängen, weil unser neuformiertes Team ja offenbar neue
Qualitäten hat. Immerhin hatten sie ja heute auch die Gelegenheit die Spitze
der Tabelle zu erklimmen und sollten demnach motiviert sein bis in die
Bartstoppeln.

Pustekuchen

Natülich kam es so, wie es unser Unterbewußtsein schon längst wußte. Vor
einer grauen Stadionkulisse wurden uns nahezu ausschließlich fußballerische
Grausamkeiten dargeboten. Kein spielerischer Ansatz, keine Kreativität, kein
Drang zum Tor, kein Siegeswillen. Stattdessen jede Menge Ballverluste in
Form von Fehlpässen, ins-Seitenaus-Klären und langen Bällen nach vorn, die
nie ein Ziel fanden.

Wer so einen Murks verzapft, braucht sich dann nicht wundern, wenn ein
glücklich verwandelter Freistoß den ebenso schwachen Gegner etwas stärker
macht.

Halbzeit. Noch war nix verloren.

Das Spiel wurde dann kurz nach der Pause entschieden. Es war der so gut wie
einzige nennenswerte Kickers-Angriff: Moki legt im Strafraum den Ball sehr
klug auf den freistehenden Toppi zurück. Der kriegt die Kugel aber nicht so
recht vor den Schlappen und verzieht überhastet über die Latte.
Nun war klar: Das Ding biegen wir nicht mehr rum. Denn spätestens jetzt
waren unsere bösen Vorahnungen bestätigt worden. Die fiesen Fußballtrolle
hatten unsere Jungs längst am Schlafittchen gepackt und sogen langsam aber
stetig das Kicker-Umoja aus ihren Adern.

Haben wir ein Torwart-Problem?

Trauriger Höhepunkt war dann das Missverständnis zwischen Bungert und Thier,
der erstmals wieder zwischen den Pfosten stand. Da verschlägt es einem echt
die Sprache. Was ist nur los mit unserem brasilianischem Helden? Oder sollte
ich lieber fragen: Haben wir ein Torwart-Problem?

Alles in allem war das heute eine sehr bittere Vorstellung unserer Jungs,
wirklich wollend erschien auf dem Platz keiner. Es war ziemlich anstrengend,
sich dieses Gekicke in voller Länge anzutun. Kann so ein Spiel einen Knacks
verursachen ähnlich dem von Karlsruhe in der letzten Saison. Oder war das
ein Ausrutscher, wie er jeder Mannschaft mal passieren kann und gegen
Lautern brennt wieder der Berg?

Wahrscheinlich ist es wie bei jeder wahren Liebe: Sie hat ihre Ups and
Downs, helle und dunkle Seiten. Sie kann uns betrüben und uns immer wieder
bereichern.

We love you Kickers! (und ich pfeife mir jetzt ein Lied auf Jena)

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