15.06.2007

Trauer in Leeds

Der angekündigte Tod

Flieg nicht so hoch, mein kleiner Freund: Leeds United, das noch vor wenigen Jahren im Halbfinale der Champions League stand, ist in die 3. Liga abgestiegen und insolvent. Die Fans können es nicht fassen.

Text:
Neil Billingham
Bild:
imago

Die Fernsehbilder wirken wie eine optische Täuschung. In einer Kneipe in Valencia sieht man Fans von Leeds United trinken, lachen und singen. Die Aufnahmen können noch gar nicht so alt sein, sie sind klar und scharf, keineswegs körnig und gewiss nicht schwarz-weiß. Doch den Leeds-Anhängern von heute müssen die Bilder ihrer Kameraden, die am Vorabend des Halbfinales der Champions League an der Ostküste Spaniens die Sonne genießen, wie aus einer fernen Vergangenheit vorkommen. »Es war einfach fantastisch damals«, sagt Paul Ward, ein lebenslanger United-Fan und Dauerkartenbesitzer. »2000/01 war eine großartige Saison. Wir waren stark wie nie, und alle schwebten auf Wolke Sieben. Wir hatten einen jungen Coach, ein junges Team, und es schien, als wären wir in einer ähnlichen Position wie Manchester United ein paar Jahre zuvor, als sie ebenfalls eine sehr junge Mannschaft hatten und später den englischen Fußball dominierten.«


Zum Leidwesen von Menschen wie Paul Ward ist aus der erhofften Dominanz nichts geworden. Im Gegenteil, es geht dem Klub mittlerweile so schlecht wie noch nie. Seit einem 1:1 im Heimspiel gegen Ipswich Ende April ist der Abstieg von United aus der zweiten englischen Liga besiegelt. Zu allem Überfluss wurde die Partie von Ausschreitungen der Fans überschattet, die kurz vor Ende des Spiels zu Hunderten den Platz stürmten. Wenige Tage später folgte der absolute Tiefpunkt: Der Verein meldete Insolvenz an, worauf ihm wegen Misswirtschaft zehn Punkte abgezogen wurden. Damit stand fest, dass Leeds als Tabellenletzter zum ersten Mal in der Klubhistorie in die drittklassige League One gehen würde. Wie konnte das nur passieren?

Leeds United hatte schwierige Jahre hinter sich

Um die Frage, wie es zu einem der steilsten Abstürze in der wechselvollen Geschichte des englischen Fußballs kam, beantworten zu können, muss man ein paar Jahre zurückgehen, zum Sommer 1996. Die Europameisterschaft in jenem Jahr war ein äußerst erfolgreiches Turnier. Die Deutschen mögen zum dritten Mal Europameister geworden sein, in wirtschaftlicher Hinsicht aber waren die englischen Gastgeber die großen Gewinner. Fernsehgelder und Transfersummen schossen in die Höhe, und wenn man ein erfolgreicher Geschäftsmann war, schien es nicht die schlechteste Idee zu sein, in einen Fußballverein zu investieren. Leeds United hatte damals schwierige Jahre hinter sich. 1992 hatten sie die Meisterschaft gewonnen, es danach aber nicht geschafft, auf diesem Erfolg aufzubauen. Nachdem es den Trainern Howard Wilkinson und George Graham nicht gelungen war, das Team aus dem Mittelmaß herauszuführen, wurde 1998 Grahams Assistent David O’Leary, ein früherer Verteidiger von Arsenal und Leeds, als neuer Trainer installiert. O’Leary war erst 38 Jahre alt und hatte keinerlei Erfahrungen als Coach. Doch das sollte nicht das letzte riskante Manöver bleiben. Eine weitere wichtige Personalentscheidung war die Ernennung von Peter Ridsdale zum Vorstandsvorsitzenden. Mit 46 Jahren war auch er jung, doch er war Leeds-Fan und behauptete, 1965 in einem Schlafsack am Stadion an der Elland Road übernachtet zu haben, um ein Ticket für das FA-Cup-Finale zu ergattern. In einem Land, in dem die Treue zum Heimatverein respektiert und bewundert wird, hatte Ridsdale die Fans damit rasch für sich eingenommen. »Ich traf ihn sogar einmal in Rom, als wir dort im UEFA-Cup spielten«, erzählt Paul Ward. »Er schien ein Prachtkerl zu sein. Wenn du so jemanden triffst, der Leeds-Fan ist und einen netten Eindruck macht, hast du das Gefühl, dass beim Verein alles bestens läuft. Sein Verhältnis zu O’Leary schien hervorragend zu sein, anders als bei anderen Klubs, wo Trainer und Vorstand ständig über Kreuz liegen. Es schien die ideale Verbindung zu sein.«

War es aber nicht. Nach einem vierten Platz und der Qualifikation für den UEFA-Cup in O’Learys erster Saison ging Leeds hoffnungsvoll in die Spielzeit 1999/2000. Sie hatten ein junges Team mit Talenten wie Lee Bowyer, Harry Kewell, Jonathan Woodgate und Alan Smith, die mit Elan und Leidenschaft spielten und attraktiven Fußball boten. Doch Ridsdale wollte mehr. Vom ehrgeizigen O’Leary ermutigt, drängte er darauf, in immer neue Spieler zu investieren. Auch der Vorstand wollte Fortschritte sehen, aber nicht um jeden Preis.

Die »Ridsdale Revolution«

»Im Sommer 1999 war ich noch für die Geschicke des Klubs verantwortlich«, erzählt Jeremy Fenn, damals eines der Vorstandsmitglieder von Leeds United. »Aber Peter Ridsdale war mehr und mehr in Spielertransfers involviert. Es wurde klar, dass er und O’Leary immer mehr Geld für Neuverpfichtungen ausgeben wollten. Schließlich gab es Geschichten in den Zeitungen, ich würde den Fortschritt hemmen, weil ich das Scheckbuch nicht zückte. Also habe ich meinen Hut genommen.« Mit Fenns Rücktritt wurde die »Ridsdale Revolution« eingeläutet. Ridsdale war davon überzeugt, dass die Zukunft des Fußballs einer Hand voll Spitzenklubs gehören würde, die ihre Profite durch die Teilnahme an der Champions League maximierten. Er glaubte, Leeds würde den Anschluss verlieren, wenn sie nicht regelmäßig in der Königsklasse spielten.


In gewisser Weise hatte er damit Recht. Man muss sich nur die ersten Vier der Premier League in dieser Saison ansehen. Streng genommen, spielen Manchester United, Chelsea, Liverpool und Arsenal in ihrer eigenen Liga, der Rest hechelt hinterher. Ridsdales Fehler war es, den Erfolg auf Biegen und Brechen zu wollen. »Der Verein stand Ende 1999 prächtig da«, sagt Jeremy Fenn, der stolz auf seinen Ruf als harter Verhandlungspartner und umsichtiger Finanzmann ist. »Wir hatten kaum Schulden, haben Gewinne gemacht, und das Team spielte erfolgreich. Wir wollten die Mannschaft kontinuierlich und mit Verstand aufbauen. Aber als Adam Pearson (ein anderes Vorstandsmitglied, Anm. d. Red.) und ich zurücktraten, gab es einen Kurswechsel.« Als Leeds sich im Frühjahr 2000 für die Champions League qualifizierte, begann eine Einkaufsorgie sondergleichen: Schlag auf Schlag kamen Mark Viduka für 6,5 Mio. Pfund von Celtic, Olivier Dacourt für 7,2 Mio. aus Lens, Dominic Matteo für 4,7 Mio. aus Liverpool und, als Prunkstück, Rio Ferdinand für 18 Mio. von West Ham United. Die Verhandlungen für Ferdinand zogen sich ein halbes Jahr hin, und die Ablösesumme, die schließlich bezahlt wurde, bedeutete damals Weltrekord für einen Verteidiger.

Wie viele der anderen verpflichteten Spieler gehörte Ferdinand indes nicht voll und ganz dem Klub. Die UEFA erlaubte es, Spieler quasi zu leasen, so dass Leeds sie im Grunde nur gemietet hatte. Das schien zunächst kein Problem zu sein, doch als der internationale Transfermarkt zusammenbrach, steckte United plötzlich bis zum Hals in finanziellen Kalamitäten. »Wir haben keinen Gedanken daran verschwendet, woher das Geld überhaupt kam«, sagt Paul Ward. »Ich glaube, das machen Fußballfans nie. Im Nachhinein war klar, dass wir mehr Geld ausgaben als wir hatten. Doch solange das Team gut spielt und gewinnt, wird eben nichts hinterfragt. Wir genossen einfach nur den Erfolg.« Zunächst lief ja auch alles bestens. Zuversichtlich ging es in die Saison 2000/01. Mit einer starken Truppe aus talentierten Eigengewächsen und teuren Neuen sorgte Leeds in Europa für Aufsehen. Nach grandiosen Siegen gegen Inter, Beşiktaş, Anderlecht und La Coruña erreichten sie das Halbfinale der Champions League, wo sie gegen den FC Valencia ausschieden.

Alles auf eine Karte


Peter Ridsdale sah sich darin bestätigt, dass sich die Investitionen gelohnt hatten. Als Leeds United im Jahr darauf die erneute Qualifikation für die Champions League verpasste, setzte der Verein auf eine sofortige Rückkehr und alles auf eine Karte. Für 18 Mio. Pfund wurden zwei weitere Spieler verpflichtet, Robbie Fowler aus Liverpool und Seth Johnson aus Derby, womit sich O’Learys Ausgaben auf fast 100 Mio. Pfund in drei Jahren beliefen. Doch das war noch nicht alles. Der Verein nahm ein gewaltiges Darlehen über 60 Mio. Pfund auf, das mit den zu erwartenden Einnahmen abgesichert wurde, die ein schickes neues Stadion garantieren sollte, das allerdings noch gar nicht gebaut war. United forderte das Schicksal heraus, und einen Plan B gab es nicht. Ridsdale sagte damals den berühmten Satz, dass der Klub »seinen Traum lebe«, und zu jener Zeit war das auch so. Anfang 2002 führte Leeds die Premier League an und spielte sehenswerten Tempofußball, der ihnen gleichermaßen Punkte und Beifall einbrachte. Alles schien wunderbar, doch als Fan von Leeds United ist man Kummer gewohnt und weiß, dass der Schein bisweilen trügt. »Egal, wie gut es für den Verein läuft«, sagt Paul Ward, »irgendetwas brodelt immer unter der Oberfläche, was einem die Sache vermiest. Keine Ahnung, woran das liegt, aber so kommt es einem jedenfalls vor.«

Und so war es auch diesmal. Mitten in den Höhenflug hinein veröffentlichte David O’Leary ein Buch mit dem Titel »Leeds United on Trial«. Es sollte ein Tagebuch der Saison 2000/01 sein, doch im Mittelpunkt stand der Prozess gegen zwei United-Spieler, die in den Angriff auf einen asiatischen Studenten Anfang 2000 verwickelt waren. Die Gerichtsverhandlungen zogen sich zwei Jahre hin, bevor Lee Bowyer von der Anklage der vorsätzlichen schweren Körperverletzung freigesprochen wurde, während Jonathan Woodgate zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt wurde. Der Prozess selbst hatte keine negativen Auswirkungen auf die Mannschaft gehabt, das ein Jahr später von O’Leary veröffentlichte Tagebuch hingegen zeitigte verheerende Folgen für den Verein und die Stimmung innerhalb des Teams. Es war, als hätte Leeds auf den Selbstzerstörungsknopf gedrückt. Die Elf, die im Januar noch auf den Titel spekuliert hatte, beendete die Saison auf Platz 5 und verpasste erneut die Qualifikation für die Champions League.

Danach gab es Gerüchte, Leeds United sei in üblen finanziellen Schwierigkeiten, in der Presse wurde immer häufiger über mögliche Spielerverkäufe spekuliert. Hinter den Kulissen wurde O’Leary aufgetragen, Teile des Kaders zu verscherbeln. Seine Risikofreude hatte sich nicht bezahlt gemacht, und zwei Jahre ohne Einnahmen aus der Champions League waren mehr, als der Klub verkraften konnte. Rio Ferdinand musste als erster gehen. Nach einer starken WM zahlte Manchester United unglaubliche 30 Mio. Pfund für den Verteidiger, eine Summe, die Leeds eine bitter nötige Verschnaufpause verschaffte. »Ich war überrascht, dass ManU soviel für Ferdinand zahlte«, sagt Bill Gerard, ein Leeds-Fan und Professor an der Leeds University Business School. »Sie müssen gewusst haben, in welcher Lage sich Leeds befand, und dass sie ihn für viel weniger hätten haben können. Ich bin davon überzeugt, dass Leeds ohne das Geld aus dem Ferdinand-Transfer noch früher kollabiert wäre.« Die Klubs mögen erbitterte Rivalen sein, doch Manchesters Geld hatte Leeds zumindest kurzfristig gerettet.



In jenem Sommer feuerte Ridsdale David O’Leary und verpflichtete den ehemaligen englischen Nationaltrainer Terry Venables als Coach. Damit begann eine Phase, in der sich die Trainer in Leeds die Klinke in die Hand gaben. Sie alle schafften es nicht, die erschreckende Talfahrt zu stoppen. Venables wurde wieder entlassen, ebenso Peter Reid, und selbst die Leeds-Legende Eddie Gray konnte den Absturz nicht verhindern. Viele der Spieler verließen ebenfalls den Verein, allerdings nicht für Rekordsummen wie Ferdinand, sondern für Peanuts. Robbie Keane, Lee Bowyer, Robbie Fowler, Olivier Dacourt und Jonathan Woodgate brachten allesamt weniger ein als das, was Leeds United einst für sie bezahlt hatte. »Ridsdales größter Fehler war es, die Finanzen nicht offen zu legen«, sagt Bill Gerard. »Wie schlecht es Leeds ging, kam erst an die Öffentlichkeit, als es zu spät war. Der Klub befand sich bereits in einem katastrophalen Zustand. Danach gab es einen Ausverkauf, und die besten Spieler mussten zu Schleuderpreisen verhökert werden.«

Es kam noch schlimmer

Die Leistungen der Mannschaft waren da schon längst so kläglich wie die Bilanzen. Im Oktober 2003 gab Leeds einen Rekordverlust in Höhe von 49 Millionen Euro vor Steuern bekannt. Ridsdale trat endlich zurück und Leeds stieg wenige Monate danach aus der Premier League ab. Der Klub befand sich im freien Fall, und als die Fans dachten, es könnte nicht mehr schlimmer kommen, kam es noch schlimmer. Um die Insolvenz zu verhindern, wurde das Stadion an der Elland Road verkauft. Es war eine ähnliche Vereinbarung wie die, die Borussia Dortmund einst für das Westfalenstadion getroffen hatte: Leeds United durfte zwar noch an der Elland Road spielen, doch Tatsache war, dass einem der stolzesten Vereine in England das Stadion, in dem er seit 1904 gespielt hatte, nicht mehr gehörte.

Nach einer Verschnaufpause im gesicherten Mittelfeld verlief die zweite Saison in der 2. Liga sehr ordentlich. Ohne Geld, mit nur einer Hand voll erfahrener Spieler und wenig Hoffnung erreichte das Team unter seinem Trainer Kevin Blackwell die Play-Offs um den Aufstieg, wo es im Finale gegen Watford verlor. »Nachdem wir abgestiegen waren, dachte ich, na gut, wir spielen ein paar Jahre 2. Liga, um uns zu stabilisieren, und danach nehmen wir die Rückkehr in die Premier League in Angriff«, sagt Paul Ward. »Aber was als nächstes passierte, war ein Desaster.« Im Januar 2005 sicherte sich der frühere Vorsitzende des FC Chelsea, Ken Bates, 50 Prozent der Anteile am Verein. Für Außenstehende war das ein merkwürdiger Vorgang. Leeds und Chelsea sind traditionelle Rivalen, außerdem hatte sich Bates bei Chelsea nicht gerade den Ruf finanzieller Umsicht erworben. Gerüchten zufolge hatte die Übernahme durch Roman Abramowitsch den Londoner Klub vor der Pleite bewahrt. Für einen ganz normalen Leeds-Fan bedeutete der Einstieg von Bates den nächsten Schlag ins Kontor. »Als ich hörte, dass Bates den Verein übernimmt, war mir zum Heulen zumute«, erzählt Paul Ward. Seine Befürchtungen waren gerechtfertigt. Bates erhöhte die Eintrittspreise und feuerte den beliebten Kevin Blackwell, um den früheren Chelsea-Star Dennis Wise als neuen Coach zu verpflichten. Nach dem Abstieg aus der Premier League waren immer noch 30 000 Zuschauer im Schnitt an die Elland Road gekommen, nach der Erhöhung der Eintrittspreise waren es 10 000 weniger. »Bates hat versucht, Leeds in Chelsea zu verwandeln«, sagt Ward und schüttelt den Kopf. »Im Stadionheft erzählt er, wie er das Catering verbessert hat. Doch Leeds-Fans interessieren sich nicht die Bohne für Catering. Alles, was sie wollen, ist ein Bier, ein Pie und ein anständiges Fußballspiel. Bates hat das nicht verstanden, aber vielleicht ist das auch zuviel verlangt. Er kommt schließlich aus London.«

Weil Leeds weitere Spieler verkaufte und immer weniger Zuschauer kamen, verbrachte der Klub den größten Teil der Saison im Tabellenkeller, bis am 28. April der Abstieg besiegelt wurde. Und wie geht es jetzt weiter für einen der berühmtesten europäischen Vereine, der dreimal englischer Meister war und zweimal den UEFA-Pokal gewonnen hat? Nun, statt im Old Trafford, im Emirates Stadium oder an der Anfield Road, wird Leeds United demnächst gegen Teams wie Carlisle, Crewe Alexandra oder Doncaster spielen. »Wir werden einfach von vorne anfangen müssen«, sagt Paul Ward. »Wir haben hier eine tolle Jugendakademie, und ich denke, wir müssen auf unsere jungen Spieler vertrauen. Aber es wird wohl ein sehr weiter Weg zurück.«



Englische Fans haben eine Schwäche für das deutsche Wort »Schadenfreude«, und die Misere in Leeds hat vielen in Manchester, Newcastle und London ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Für die meisten neutralen Beobachter ist der Niedergang eines so großen Klubs freilich ebenso schockierend wie ernüchternd. Leeds United ist nicht der erste und wohl auch nicht der letzte Verein, der teuer dafür bezahlen musste, dass er zu hoch hinaus wollte. Doch trotz der gedrückten Stimmung gibt es in South Yorkshire einige Hoffnungsschimmer. Klubs wie Borussia Dortmund oder der AC Florenz haben es geschafft, sich von ihren finanziellen Krisen zu erholen, und Leeds United hat dabei keine ganz schlechte Ausgangsposition. Großbritannien ist voller Städte mit mehr als einem großen Fußballverein, wie etwa Glasgow, Manchester oder Liverpool. Leeds dagegen hat nur den einen, und als drittgrößte Stadt im Land verfügt es über ein enormes Fanpotenzial. Wenn jemand in der Lage ist, Leeds United über Wasser zu halten und den Weg zurück an die Spitze des englischen Fußballs zu ebnen, dann sind es die Anhänger. Doch sollte man bei aller Leidenschaft ihre Treue nicht für selbstverständlich erachten; Ken Bates möge gewarnt sein.

»Ich habe einen zwei Jahre alten Sohn«, sagt Paul Ward. »Meine Frau will, dass er für Manchester United ist, was ich natürlich zu verhindern versuche. Aber dann denke ich: Will ich wirklich, dass mein Sohn Leeds-Fan wird? Will ich, dass er das erleben muss, was ich in den letzten Jahren durchgemacht habe? Ich bin mir nicht mehr so sicher.« Von Valencia nach Doncaster in sechs Jahren. Schwer vorstellbar, dass man sich in Hollywood eine spektakulärere Geschichte ausdenken könnte als jene, die sich seit 2001 an der Elland Road abgespielt hat.

Das Drama und die unruhigen Zeiten sind noch nicht vorbei. Wie derzeit noch offen ist, welchen Klub Paul Wards zweijähriger Sohn einmal unterstützen wird, so hängt auch über der Zukunft von Leeds United ein großes Fragezeichen.

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»Als der Affe aus dem Nest fiel« – Die dramatischsten Vereinsniedergänge der Fußballgeschichte www.11freunde.de/international/101287



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