Trainer klaut Kreditkarte und geht dann saufen

Der Flaschengeist

Was tut man, wenn man plötzlich alleine in der Umkleidekabine steht? Richtig, man klaut einem Spieler die Kreditkarte und kauft damit 36 Liter Jägermeister. So wie Dinamo-Zagreb-Legende Josip Gaspar.

Wenn Fußballprofis in Siegerlaune sind, ist der erste Gedanke zumeist recht einfach. Er lautet: »Alkohol!« Beispiele? Bitteschön: Als Leverkusens Klaus Täuber nach dem gewonnenen Europapokalfinale 1988 gegen Espanyol Barcelona interviewt wurde, sagte er: »Heute knall ich mir die Birne voll, dass mir das Bier zu den Ohren rausläuft.« Und als Erwin Kostedde nach seinem Karriereende gefragt wurde, wie er denn nun seine freie Zeit genießen wolle, antwortete er: »Ich möchte nur noch an der Theke stehen und trinken.«
 
Einen ähnlichen Lebensentwurf hat auch der kroatische Trainer Josip Gaspar. Dabei spielte er früher einmal ziemlich erfolgreich Fußball. Für Dinamo Zagreb bestritt er 425 Partien, 1992 durfte er sogar mal für die kroatische Nationalelf auflaufen.
 
Danach ging es allerdings steil bergab. 2002 beendete er seine Karriere beim Zweitligisten NK Marsonia, bis Anfang dieser Woche trainierte er NK Precko Zagreb, einen Amateurklub.

Das Amateur-Dilemma
 
Und man weiß ja, wie das so ist mit Amateursport und Alkohol. Dort wird mit Bier gefeiert, wenn man aufsteigt und mit Bier gefeiert, wenn man absteigt. Dort gibt es Leitsprüche wie »Sieben Bier ersetzen ein Schnitzel« oder »Flüssiges Brot ist gesünder als festes Bier!« Da kommt man am frühen Sonntagmorgen in Spielerkabinen und hat das Gefühl, in »Uschi’s« oder »Knuppe’s« holzvertäfelter Trinkhalle gelandet zu sein. Jedes Wochenende dasselbe Trauerspieler, jedes Wochenende die Erklärung: »Alter, das letzte Bier war schlecht!« Vielleicht passierte es dort, in der Suppe aus kalten Rauchschwaden, schlechten Witzen, klarem Korn und schwitzigen Unterhemden, dass Gaspars Leben ein bisschen aus der Bahn geriet.
 
Am vergangenen Wochenende spielte sein Team Precko Zagreb gegen Sparka Elektra. Und wie das in unterklassigen Ligen so üblich ist, müssen Teams sich manchmal die Umkleidekabinen teilen. Gaspar erfuhr davon wenige Minuten vor Anpfiff. Schmiedete er da bereits seinen teuflischen Plan?
 
Als die Spieler noch auf dem Feld umherliefen, ging Gaspar jedenfalls in die Kabine. Er zog ein Portemonnaie aus einer beliebigen Hose und entnahm eine Kreditkarte. Die Sache war nur: Weder Hose noch Portemonnaie gehörten ihm, sondern einem Spieler von Sparka Elektra.
 
Gaspard verließ die Kabine und schlenderte in ein Spirituosengeschäft. Dort stellte er 36 Flaschen Jägermeister an die Kasse.

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