Torsten Frings als Cheftrainer

Eier in der Hose

Kämpfertyp, Grätschen vor der Hymne und Muhammad Ali als Vorbild: Den Cheftrainer Torsten Frings kann Darmstadt gut gebrauchen.

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Torsten Frings hatte mal einen Waschbären. Auf die Frage, wieso er sich das ungewöhnliche Haustier überhaupt zugelegt hatte, antwortete Frings später: »Wieso denn nicht?«

Das gleiche dachte er vermutlich auch, als Präsident Rüdiger Fritsch anrief und ihm den Trainerposten beim SV Darmstadt 98 anbot. Mit dem feinen Unterschied, dass diese Entscheidung deutlich mehr Sinn ergibt.

»Ich brenne auf die Herausforderung in diesem speziellen Klub, der mit seinen besonderen Attributen bestens zu meiner Persönlichkeit passt«, sagte Frings bei seiner Vorstellung. Und liegt damit ganz richtig.

Schustersche Tugenden

Norbert Meier, im Sommer als Nachfolger von Erfolgstrainer Dirk Schuster verpflichtet, scheiterte am Böllenfalltor auch daran, dass er den Lilien spielerische Lösungen aufdrücken wollte. Dabei stand die Mannschaft seit Jahren für die Schusterschen Tugenden: Zusammenhalt, Wille und Leidenschaft. Nach der Entlassung von Meier, unter Interimstrainer Ramon Berndroth, war eine Renaissance dieser Tugenden zu spüren. Mit Frings dürfte sich dieser Trend fortsetzen.

Vor dem WM Finale 2002 nach einem Erfolgsrezept gegen Brasilien gefragt, antwortete dieser trocken: »Am besten grätschen wir sie schon vor der Hymne weg.« Noch Fragen? Und auch als Trainer hat Frings ein ähnlich klares Profil. Schon während der Pressekonferenz zu seiner Vorstellung betonte er mantraartig die drei Säulen des Darmstädter Erfolgs: Glaube, Kampf und Wille. 


Auch der Spieler Frings hätte ganz gut nach Darmstadt gepasst.        imago


»Eier in der Hose«

Bei den Spielern kommt das erwartungsgemäß gut an. Peter Niemeyer sagte nach dem Trainingsauftakt: »Alle haben Bock auf diese Geschichte, wir suchen jetzt die Flucht nach vorne.« 

Und Kapitän Aytac Sulu findet: »Um Darmstadt 98 als erste Cheftrainer-Station auszuwählen, muss man Eier in der Hose haben.« Der vermutlich meist-tätowierteste Trainer der Bundesliga hat davon reichlich. 

So ließ Frings während der WM 2006 nach seiner Sperre wegen eines angeblichen Faustschlags nach dem Viertelfinale gegen Argentinien verlauten: »Ich wurde dafür gesperrt, dass ich mich gewehrt habe, nachdem ich zweimal geschlagen und einmal getreten wurde. Das würde ich sofort wieder machen.«

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