Tore, Bilder, Sprüche

Der 29. Spieltag im Schnelldurchlauf

Van Gaal muss gehen, Magath kriegt eins zwischen die Hörner, Köln blamiert sich im Derby. Auch der 29. Spieltag hat wieder alles geboten, was das Fußballherz begehrt. Hier die Ereignisse im Schnelldurchlauf. Tore, Bilder, Sprüche

Die Geschichten des Spieltags:
Bayern zieht die Reißleine: Ein bisschen wirkt es so, als habe man in München nur auf einen passenden Anlass gewartet, um Trainer Louis van Gaal vor die Tür zu setzen. Dass der Verein schon nach einem 1:1 im Derby gegen Nürnberg die berühmte Reißleine zieht, zeigt nur wie sehr sich Hoeneß, Rummenigge und Co. zum Handeln gezwungen sahen. Dass Präsident Hoeneß auf der sonntäglichen PK allerdings mächtig gegen den Ex-Trainer keilt und im Vorbeigehen auch noch Jungtorwart Thomas Kraft abkanzelt, kann man hinter vorgehaltener Hand als schlechten Stil bezeichnen. Eines ist klar: In München steht ein Umbruch an und die Führungsetage wird in gewohnter Manier mitgestalten. Auch wenn ein echter Plan beim FC Bayern immer noch zu fehlen scheint.

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Magath kehrt heim: Ein bisschen muss Felix Magath sich am Samstag gefühlt haben, wie ein Neffe vor dem 80. Geburtstag einer ungeliebten Tante. Geh ich hin oder nicht? Ob er allerdings bis zum letzten Moment über eine Krankmeldung nachgedacht hat, ist nicht überliefert. Erstaunlich gelassen empfingen ihn dann die Schalke-Fans, wohl noch reichlich beseelt vom Europapokal-Abend in Mailand. Am Ende stand ein unaufgeregter Nachmittag bei dem höchstenfalls das Ergebnis dem Boulevard – der Magaths Rückkehr pflichtbewusst hochgejazzt hatte (»Magath will die Schalaktischen überrennen«) – feuchte Hände beschert hat.  0:1 verloren Magaths Wolfsburger, ihr Übungsleiter schlich danach ruhig aus der Arena und griff auf der anschliessenden PK seinen vorerst letzten Grünen Tee ab.  Und Tschüss.

Dortmund beeindruckt: Wer den Dortmundern nach dem Unentschieden gegen den HSV Nervenflattern vorwerfen möchte, sollte vorsichtig sein. Denn Dortmunds Last-Minute-Ausgleich durch Kuba war eine weitere Demonstration der Willensstärke der Klopp-Truppe. Die Schwarz-Gelben rannten fast die komplette zweite Hälfte auf das HSV-Tor, trafen Pfosten und Latte und blieben trotzdem ruhig wie eine Horde tibetanische Gebetsmönche. Am Ende klappte es dann doch noch, Trainer Klopp zündete die nächste Euphoriestufe und Kevin Großkreutz ätze in Richtung direkten Konkurrenz: »Bayer interessiert uns einen Scheißdreck!«‎ Meisterhaft.

Köln deprimiert: Was soll man sagen? Köln wollte Gladbach in Richtung zweite Liga schießen und bekam böse auf die Nase. Endergebnis: 5:1 für die Borussen. FC-Kapitän Podolski fasst den geschenkten Tag wie immer treffend zusammen: »Wenn jeder kämpft, dann läuft es, aber wenn wir immer nur diese langen Bälle spielen, kriegen wir halt auf die Fresse.« Wie gesagt: Was soll man da noch sagen?

Die Ergebnisse:

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen 1:1 (0:0)
Hamburger SV - Borussia Dortmund 1:1 (1:0)  
Schalke 04 - VfL Wolfsburg 1:0 (0:0)  
1. FC Nürnberg - Bayern München 1:1 (0:1)
Hannover 96 - FSV Mainz 05 2:0 (1:0)  
SC Freiburg - 1899 Hoffenheim 3:2 (1:2)  
VfB Stuttgart - 1. FC Kaiserslautern 2:4 (2:1)
Borussia Mönchengladbach - 1. FC Köln 5:1 (3:0)  
Bayer Leverkusen - FC St. Pauli 2:1 (0:0)  

Die Tabelle:
1. ( 1.) Borussia Dortmund 29 20 6 3 59:18 +41 66  
2. ( 2.) Bayer Leverkusen 29 18 7 4 59:35 +24 61 
3. ( 4.) Hannover 96 29 17 2 10 42:40 +2 53  
4. ( 3.) Bayern München 29 15 7 7 61:35 +26 52  
5. ( 5.) FSV Mainz 05 29 14 3 12 43:37 +6 45  
6. ( 6.) 1. FC Nürnberg 29 12 7 10 43:38 +5 43  
7. ( 7.) Hamburger SV 29 12 6 11 44:45 -1 42  
8. ( 8.) SC Freiburg 29 12 5 12 38:41 -3 41  
9. (10.) Schalke 04 29 11 6 12 34:33 +1 39  
10. ( 9.) 1899 Hoffenheim 29 9 10 10 44:42 +2 37  
11. (11.) 1. FC Köln 29 10 5 14 39:54 -15 35  
12. (14.) 1. FC Kaiserslautern 29 9 7 13 40:46 -6 34  
13. (12.) Werder Bremen 29 8 10 11 39:55 -16 34  
14. (13.) Eintracht Frankfurt 29 9 6 14 29:39 -10 33  
15. (15.) VfB Stuttgart 29 8 6 15 49:54 -5 30  
16. (16.) VfL Wolfsburg 29 6 10 13 32:42 -10 28  
17. (17.) FC St. Pauli 29 8 4 17 30:51 -21 28
18. (18.) Borussia Mönchengladbach 29 7 5 17 43:63 -20 26  

Die in der 89. Minute beim Stand von 0:2 abgebrochene Begegnung vom 28. Spieltag zwischen dem FC St. Pauli und Schalke 04 wurde mit 0:2 gewertet.

Die Torjäger:
1. Papiss Cisse SC Freiburg 20  
2. Mario Gomez Bayern München 19  
3. Theofanis Gekas Eintracht Frankfurt 16  
4. Milivoje Novakovic 1. FC Köln 13  
4. Srdjan Lakic 1. FC Kaiserslautern 13 
4. Lucas Barrios Borussia Dortmund 13  
4. Didier Ya Konan Hannover 96 13  
8. Lukas Podolski 1. FC Köln 12  
8. Andre Schürrle FSV Mainz 05 12  
8. Raul Schalke 04 12  
11. Mladen Petric Hamburger SV 11  

Die Sprüche:
»Wir haben vor der Saison klar das Ziel Europacup ausgegeben, das droht uns jetzt aus den Händen zu gleiten. Der ganze Verein wird jetzt nervös.« (Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel mit beißender Ironie nach dem 0:2 seiner Mannschaft in Hannover)

»Wir achten sowieso nur auf uns. Was die machen, interessiert uns auf Deutsch gesagt einen Scheißdreck!« (Kevin Großkreutz von Borussia Dortmund auf die Frage nach dem Verfolger Bayer Leverkusen)  

»Wir sagen uns jeden Abend Gute Nacht, wenn wir ins Bett gehen.« (Schalke-Manager Horst Heldt auf die Frage, ob er mit Nationaltorwart Manuel Neuer schon über dessen Zukunft gesprochen habe)

»Ich hatte schon so viele Trainer. Felix Magath ist auch nur einer von vielen. « (Der Schalker Alexander Baumjohann, der von Magath in die Regionalliga verbannt worden war, nach dem 1:0 gegen den VfL Wolfsburg und seinen Ex-Trainer)

»Vielleicht wird's ein bisschen langweilig nächste Woche.« (Trainer Felix Magath vom VfL Wolfsburg auf die Frage, ob er sich freue, dass im nächsten Spiel nach dem Aufeinandertreffen mit Christoph Daum und der Rückkehr nach Schalke kein besonderes Spiel anstehe

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