22.01.2014

Top Ten: Wenn Fußballer Fußballer verhauen

Herrliche Spiele unter Männern

Die Swansea-Spieler Chico Flores und Garry Monk sollen sich im Training so übel an die Wäsche gegangen sein, dass eine Zuschauerin die Polizei alarmierte. So weit muss es allerdings nicht immer kommen, wie unsere Liste der schönsten Fußballhauereien zeigt.

Text:
Benjamin Kuhlhoff & Alex Raack
Bild:
Imago

1.
Robinho vs. Thomas Gravesen

Man hatte sich schon verwundert die Augen gerieben, als der als Raubein bekannte Thomas Gravesen im Jahr 2005 zu den Galaktischen von Real Madrid wechselte. Doch schon nach kurzer Zeit war klar, wofür der Däne bei den Königlichen gebraucht wurde: Er sollte offenbar den verwöhnten Superstars den Marsch blasen. Sein erstes Opfer war dann auch gleich eine richtige Diva: Robinho. Als der Brillifreund den zähen Nordmann nach einem Foulspiel im Training mit einem Faustschlag herausforderte, platzte dem Ex-Hamburger sofort die Hutschnurr. Was folgte war ein eher einseitiger Bareknuckle-Fight mit einem eindeutigen Punktsieger. Und der kam nicht aus Brasilien.

2.
Ricardo Manuel Sa Pinto vs. Artur Jorge

Dass man in Portugal von Geburt an ein paar Grad mehr im Blut hat als anderswo ist hinglänglich bekannt. Dass dieses Temperament aber für einen handfesten Fußball-Eklat sorgen könnte, hatte man zumindest bis zum März 1997 nicht glauben wollen. Doch dann kam Ricardo Manuel Sa Pinto, Superstar und enfant terrible im Korkexportland Nummer eins, und streckte seinen Nationaltrainer nieder. Was war geschehen? Coach Artur Jorge hatte den Superstar nicht fürs WM-Qualispiel gegen Nordirland nominiert, woraufhin Sa Pinto oscarreif der Hals anschwoll. Mit quietschenden Reifen hielt er vor dem Mannschaftshotel, stürmte in die Lobby und streckte seinen Nationaltrainer mit einer trockenen Geraden nieder. Doch damit nicht genug, in der Folge stürzte sich der erboste Offensivmann auf seinen Trainer und hämmerte weiter gnadenlos auf ihn ein. Jorges Co-Trainer Rui Aguas versuchte Sa Pinto zu stoppen – aber auch er fing sich eine. Schließlich konnten Sicherheitskräfte den wutentbrannten Amokläufer stoppen. Artur Jorge hatte erstaunlich schnell seine Fassung wiedergefunden und sagte den anwesenden Journalisten: »Sie haben ja gesehen, was er gemacht hat. Genau dieses Verhalten ist es, warum er nicht mehr dabei ist.«

3.
Fredrik Ljungberg vs. Olof Mellberg

Das sind herrliche Spielchen unter Männern: Während eines Spiels im WM-Trainingslager 2002  foulte der seinerzeit bei Arsenal London spielende Stürmer-Schönling Fredrik Ljungberg seinen Kollegen Olof Mellberg. So weit, so normal. Doch der Verteidiger mit den Gardemaßen eines Wandschranks ließ das aber nicht auf sich sitzen und konterte mit einem Revanchefoul. Die Situation eskalierte, denn Ljungberg fiel Mellberg an wie eine wilde Bulldogge und nahm den Abwehrriesen in den Schwitzkasten. Mellberg ließ lieber die Fäuste sprechen und als Mitspieler Daniel Andersson als Schlichter hinzukam, fand der sich plötzlich ebenfalls auf dem Boden liegend wieder. Gut, dass sich diese Keilerei auch noch vor laufenden Kameras abspielte:

4.
Carlos Alberto vs. Fabio Santos

Bremens Jahrhundertverpflichtung Carlos Alberto hinterließ nicht nur an der Weser bleibenden Eindruck. Zumindest was seine Fähigkeiten als Streetfighter angeht. Auch beim FC Sao Paolo machte sich der Partykönig direkt bei seinen Kollegen beliebt. Der 23 Jahre alte Spielmacher war bei seinem neuen Klub zu spät zum Training erschienen, woraufhin die ganze Mannschaft als Strafe einen Tag früher als geplant das Trainingslager beziehen musste. Albertos Kollege Fabio Santos, der wenige Tage zuvor Vater geworden war, fand das Verhalten seines Mitspielers nur halbgeil und stellte Alberto zwei Tage vor dem Spiel zur Rede. Erst flogen die ein paar schmutzige Schimpfwörter, dann ein paar saubere Kinnhaken. Das Ergebnis: Der Klub sperrte Santos für 29 Tage, Carlos Alberto bekam 15 Tage bezahlten Urlaub.

5.
Frank Verlaat vs. Jürgen Löhle

Nein, Jürgen Löhle ist kein vergessener Superstar des VfB Stuttgart, sondern ein Journalist. Doch das schützte den armen Schreiber nicht vor dem Gewaltausbruch des ansonsten handzahmen Verteidigers Frank Verlaat. Im Gegenteil. Weil Löhle den Holländer tags zuvor in einem Bericht als »Softie« bezeichnet hatte, trat Verlaat prompt den Gegenbeweis an und stellte den Medienmann in der Hotel-Lobby. Statt groß zu diskutieren, legte Verlaat aber sofort Hand an und riss dem verdatterten Löhle die Brille von der Nase. Doch damit nicht genug, denn in der Folge zertrat der erboste Profi das Nasenfahrrad seines Gegenüber in tausend Teile. Von dem Tag an wusste auch Frank Löhle: Verlaat ist kein Softie!

 
 
 
 
 
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