Tom Starke beim FC Bayern

Mr. White

Tom Starke hat am Wochenende sein drittes Spiel für den FC Bayern gemacht – und parierte einen Elfmeter mit dem Gesicht. Seine beeindruckende Quote: Drei Spiele, drei Siege, kein Gegentor.

Tom Starke hat eine ziemlich beeindruckende Vita. Er stand bei Bayer Leverkusen und dem HSV unter Vertrag, momentan spielt er für den FC Bayern. Er ist: Deutscher Meister, Europapokal-Finalist, Vizemeister, Vizepokalsieger, Supercupsieger, und er wird in einem Monat vielleicht den Champions-League-Pokal in den Himmel von London recken. Die Sache ist nur: In all den Endspielen und Meisterschaftsrennen seiner Mannschaften war er nie so richtig dabei – er saß stets auf der Bank.
 
Als Tom Starke im Sommer 2012 zum FC Bayern wechselte, war ihm klar, dass es wieder so sein würde. Sein Jobprofil war klar umrissen. Tom Starke sollte der Mann werden, der Hans-Jörg Butt war, der Bernd Dreher war und der Sven Scheuer sein sollte. Der Back-Up, auf den, wenn er alle paar Monate mal zum Einsatz kommt, Verlass ist.
 
Starke war bei seinem Wechsel nach München 31 Jahre alt, und er spielte seit zwei Jahren in der Stammelf der TSG Hoffenheim, er stand, so heißt es im Fußball, voll im Saft. Doch sein Klub wollte mehr. Er wollte Tim Wiese vertrauen und der wollte in die Champions League. Dieser Gedanke gefiel auch Starke. Also ging er, weil er ahnte, dass sich eine Bank beim FC Bayern ganz angenehm anfühlen kann.

»Vielleicht hatte es vereinspolitische Gründe«
 
In den Jahren zuvor war diese sehr hart gewesen. In Leverkusen, wo Starke zwischen 2000 und 2006 spielte, kam er nie an Hans-Jörg Butt vorbei. Starke machte kein einziges Spiel. Er erhielt 2002 eine Champions-League-Silbermedaille von Lennart Johansson um den Hals gehängt, ohne eine Minute in der Königsklasse gespielt zu haben. »Vielleicht hatte es vereinspolitische Gründe, dass ich nie zum Einsatz gekommen bin«, sagte Starke später.
 
Danach ging es weiter nach Hamburg, und Starke glaubte an seine Chance als Stammtorhüter. »Ich traue mir das 100 Prozent zu«, sagte er bei seiner Ankunft. Einmal durfte er in einem Spiel gegen Hertha 38 Minuten ran, weil sich Stammkeeper Stefan Wächter verletzt hatte, ein anderes Mal, am 31. Spieltag der Saison 2003/04, bot Klaus Toppmüller ihn überraschend von Beginn an auf. Das Blöde: Der Gegner hieß Werder Bremen und spielte damals Fußball vom anderen Stern. Klasnic, Ailton und Johan Micoud zerlegten die Hamburger mit 6:0. Es war Starkes erstes Bundesligaspiel von Beginn an. Er spielte danach nie wieder für den HSV.

Scherz-Interviews mit Stanislawski
 
Starke machte ein Schritt zurück – und zugleich einen nach vorne. Er ging in die zweite Liga, nach Paderborn und dann nach Duisburg. Das Beste daran war: Er spielte endlich. Und zwar so gut, dass die TSG Hoffenheim im Sommer 2010 auf ihn aufmerksam wurde.
 
Starkes zweiter Anlauf. Es waren die Jahre, als alles zwar ein bisschen grauer als 2009 war, und trotzdem noch idyllisch. Wenn Starke besonders gut spielte, scherzte Holger Stanislawski gerne in die Reporter-Mikrofone. Er sagte dann: »Das ist das Problem wie mit Klaus Störtebeker, der hatte ja statt zwei Händen auch nur zwei Haken. Wir bieten ihn wie Sauerbier an, doch niemand will ihn.«  Oder: »Er ist halt sehr groß und nimmt viel Platz weg im Tor. Insofern hat er 'ne hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie ihn anschießen.«

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