Die Geschichte der zwei ist eng miteinander verbunden, seit ihrer gemeinsamen Zeit in Barcelonas Jugendakademie sind sie Freunde. Sie verloren sich auch dann nicht aus den Augen, als Vilanova gehen musste, weil er als zentraler Mittelfeldspieler nicht gut genug für den FC Barcelona war. Er bestritt seine Karriere bei mehreren kleinen Vereinen in Spaniens erster und zweiter Liga, während Guardiola in Barcelonas Mittelfeld zum Weltstar wurde.
Als Guardiola 2007 den Job als Trainer der zweiten Mannschaft angeboten bekam, machte er zur Bedingung, dass Vilanova sein Co-Trainer wird. Schon als Spieler war Guardiola von dem taktischen Verständnis seines Freundes beeindruckt. Außerdem imponierte ihm dessen Mut. Als Jugendlicher diskutierte Vilanova einmal lebhaft mit dem Trainer, weil ihm etwas nicht gefiel. Der Coach war Carles Rexach, Barcas Flügelstürmer der ersten Cruyff-Ära. Eine Legende. Guardiola hätte sich das nicht getraut. Warum es für Vilanova nicht zu einer großen Karriere reichte, konnte Guardiola nie so richtig verstehen.
Rekord: 18 Siege in 19 Spielen
Den Posten des Cheftrainers beim FC Barcelona hatten viele Vilanova nicht zugetraut, was auch mit dessen Herkunft zusammenhängt. Der 44-Jährige stammt aus dem katalanischen Dorf Bellcaire d’ Empordá nahe Girona. 600 Einwohner, eine eigene Welt, fernab der Millionenmetropole Barcelona. Von der Aufgeregtheit des Fußballgeschäfts lässt er sich nie anstecken.
Auch nicht am Wochenende, als seine Mannschaft beim 2:3 in San Sebastian die erste Niederlage der laufenden Saison kassierte. »Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat gut gespielt«, antwortete Vilanova den aufgeregten Journalisten, die monierten, wie leichtfertig Barca den 2:0-Vorsprung hergeschenkt hatte. Ein Schönheitsfehler, mehr ist das Ergebnis ohnehin nicht. Barceolna spielt unter Vilanova eine fast perfekte Saison. In der Hinrunde blieb die Mannschaft ungeschlagen, gewann 18 von 19 Spielen. Nur gegen Real Madrid gab es ein 2:2. Eine solche Bilanz schaffte noch kein Trainer mit seinem Team in der Geschichte der Primera Division.
Vilanova ist für den FC Barcelona ein Glücksgriff, so wie es Guardiola einer war. Das er dessen Nachfolger wurde, war für Vilanova keineswegs selbstverständlich. Als Zubizarreta an ihn heran trat, um ihm den Job zu offerieren, bestand Vilanova darauf, erst mit Guardiola Rücksprache zu halten. Er sagte: »Ich habe nur vier echte Freunde. Und keiner davon ist es wert, ihn zu verlieren, nur um Trainer vom FC Barcelona zu werden.« Es gibt schließlich wichtigeres als Fußball.