Thomas Cichon im Interview

»Einfach sein Ding machen«

Thomas Cichon vom VfL Osnabrück schoss im Spiel gegen FSV Frankfurt drei Elfer: Der erste saß, der zweite nicht, mit dem dritten machte er den Sieg klar. Wir sprachen mit ihm über das, was beim Elfmeter passiert.   Thomas Cichon im InterviewImago Herr Cichon, in Ihrem Spielerprofil auf der VfL-Website geben Sie an, sie hätten Angst vorm Elfmeter. Am Wochenende traten Sie gleich drei mal an. Beim Ersten trafen Sie, beim Zweiten nicht. Mit dem Dritten machten Sie in der 92. Minuten den Sieg klar. So viel Angst können Sie doch gar nicht haben.
 
In dem Steckbrief ist nicht alles so ganz ernst gemeint.
 
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Trotzdem: Wie war das vor dem dritten Elfmeter, nachdem Sie den Zweiten verschossen hatten?
 
Man kann in so einer Situation nicht an so viele Dingen denken. Gefühle lasse ich dann außen vor. Man muss sich konzentrieren, noch einmal alles durchgehen und einfach sein Ding machen.
 
Wollte denn kein anderer Spieler schießen?

 
Ich bin bei uns Schütze Nummer eins. Nummer zwei ist Thomas Reichenberger, der war aber schon nicht mehr auf dem Platz. Ich kann das keinen 20- oder 21-Jährigen zumuten. Für mich war das dann überhaupt keine Frage, den Dritten auch zu schießen.
 
Sah das Pele Wollitz genauso? Hat er irgendetwas gesagt?

 
Was soll er gesagt haben?
 
Dass vielleicht jemand anders schießen soll.
 
Er sagte nach dem Spiel, wenn ich alle drei verschossen hätte, dürfte ich nicht mehr schießen.
 
Hatten Sie den Eindruck, dass FSV-Torwart Patric Klandt ihre Elfmeter kennt?
 
Das ist mir relativ egal. Ich gucke, bevor ich schieße, noch mal, in welche Ecke der Torhüter geht. Aber eigentlich habe ich mich dann schon festgelegt. Als ich den Zweiten verschossen hatte, war mir klar, dass ich den Dritten genauso schießen muss wie den Ersten.

Sie haben alle drei Elfmeter nach links geschossen. Schießen sie immer in die linke Ecke?


Ich würde sagen, dass ich zu 70 Prozent nach links schieße.

Kennen Sie die Torhüter von Videos? Wissen sie, in welche Ecke die gehen?


Nein, eigentlich nicht. Wenn ein Torwart bei Elfmetern fünfmal in die gleiche Ecke springt, dann weiß man das, aber die Torhüter handeln ja oft intuitiv. Man muss sich auf sich selbst konzentrieren. Ich achte dann aber schon darauf, wohin, oder ob er sich überhaupt bewegt. Wichtig ist dass man ein oder zwei Meter vor dem Ball noch mal hoch schaut und nicht dorthin schießt, wo der Torhüter schon liegt. 

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