Synonym des United-Niedergangs: Marouane Fellaini

The Mop Flop

Er sollte der große Sommer-Transfer von David Moyes werden. Bei den Fans gilt Marouane Fellaini aber als Synonym für den Misserfolg von Manchester United. Nun hätte er gegen die Bayern auftrumpfen können, fällt aber aus. Ein Porträt.

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Es war eine dieser Szenen, wie sie sich in dieser Saison schon einige Male abgespielt hatte. Pfiffe und Buhrufe schallten durch das »Theatre of Dreams«, gegen einen eigenen Spieler. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions-League zwischen Manchester United und Bayern München hatte Marouane Fellaini (1,94 m) gerade ein Kopfball-Duell gegen David Alaba (1,80) verloren. Das Publikum reagierte genervt.

Fellaini hat keinen leichten Stand bei den Anhängern. Dass er nun im Rückspiel gegen die Bayern passen muss, wird die Sache nicht vereinfachen. In Fellaini, der im Sommer für umgerechnet knapp 30 Millionen Euro vom FC Everton nach Manchester kam, sehen die Fans ein Synonym für den sportlichen Untergang. Trainer David Moyes hatte großspurig angekündigt, frische Impulse in die zwar erfolgreiche aber leicht angestaubte United-Mannschaft bringen zu wollen. Im Endeffekt konnte der Ferguson-Nachfolger aber weder Thiago noch Gareth Bale, Cesc Fabregas oder Mesut Özil von einem Wechsel nach Manchester überzeugen. Also kam Fellaini.

Scholes und Owen üben Kritik

In Manchester ist damit keiner richtig zufrieden. Fellaini wird aufgrund seiner Afro-Lockenpracht »The Mop Flop« genannt. Ex-Stars und Medien kritisieren den Neuzugang. »Ich schätze ihn, aber ich bin mir nicht sicher, ob er ein Spieler für Manchester United ist«, schrieb Ex-Goalgetter Michael Owen in seinem Sportslobster-Blog. Paul Scholes, immerhin ein unmittelbarer Vorgänger Fellainis im United-Mittelfeld, legte bei Sky nach: »Von einem zentralen Mittelfeldspieler bei Manchester United für fast 30 Millionen erwarte ich zumindest ein paar Tore.« Der Mirror erklärte die Verpflichtung des Belgiers kurzerhand zum »Transfer-Fiasko«.

In der Tat ist Fellaini kein kreativer Kopf, der das Spiel von Manchester United mit feinen Pässen oder eleganten Dribblings ankurbelt. Das französische Fußballmagazin LE FOOT charakterisierte ihn kürzlich als Taktiker, der es verstehe die Mannschaft mitzureißen. Er komme eher über die Physis, wisse seinen Körper und dessen Größe einzusetzen und dadurch enorme Torgefahr zu entwickeln. Manchesters Co-Trainer Phil Neville beschreibt Fellaini als einen »der besten Spieler, die aus dem Mittelfeld Tore erzielen können«. Allerdings, so Neville, müsse er schleunigst damit anfangen.

Dass es aktuell nicht bergauf geht, passt so gar nicht zur Senkrechtstarter-Karriere von Fellaini. 2006 erkämpfte er sich als 18-jähriger Jugendspieler einen Stammplatz bei Standard Lüttich und führte den Verein nur ein Jahr später zur ersten Meisterschaft seit 25 Jahren.

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