Stuttgarts Alexandru Maxim, Regisseur und Fanliebling

Die Variante

Der VfB Stuttgart hat eine mittelmäßige bis grauenhafte Saison hinter sich und steht trotzdem im DFB-Pokalfinale. Das liegt auch am Überraschungsspieler der vergangenen Monate: Alexandru Maxim. Heute könnte er die wenigen Nadelstiche gegen den Favoriten aus München setzen.

Sein Startelfdebüt hatte sich Alexandru Maxim anders vorgestellt. Im zentralen Mittelfeld sollte der Rumäne zusammen mit Christian Gentner im Europa-League-Achtelfinale gegen Lazio Rom die Räume eng machen und zugleich das Offensivspiel beleben. So sah es zumindest der Matchplan von Bruno Labbadia vor. Nach 43 Minuten lag er auf dem Cannstätter Rasen und blutete aus der Nase, die zu allem Überfluss höllisch schmerzte. Wenige Augenblicke zuvor hatte ihm Lazios Hernanes den Ellbogen ins Gesicht gerammt, nun ging es mit Nasenbeinbruch und schwerer Gehirnerschütterung ins Krankenhaus. Dass der 22-Jährige Schwächen im Kopfballspiel besitzt, hatte sich zumindest bestätigt.

Aus der rumänischen Pampa

Mitten aus der rumänischen Pampa hatte Stuttgarts Sportdirektor Fredi Bobic im Winter einen offensiven Mittelfeldakteur aus dem Hut gezaubert. Neben den namhaften Leihspielern Federico Macheda (Manchester United) und Felipe (VfL Wolfsburg) erschien die Verpflichtung von Alexandru Maxim eher wie eine Randnotiz, und der 1,5-Millionen-Transfer benötigte einen knappen Monat, um sich im Schwanbenländle einzugewöhnen.

»In der Winterpause laufen nun einmal Dinge, die vielleicht erst mal nicht logisch erscheinen, am Ende aber logisch sind. Wir können nicht erwarten, dass er sofort durch die Mauer rennt«, lautete die Erklärung Bobics. Der kleine Mittelfeldspieler sei als »Variationsmöglichkeit« vom rumänischen Erstligisten Pandurii Targu Jiu eingekauft worden. Rückenstärkung hört sich anders an.

Nach insgesamt drei Minuten gegen den 1. FC Nürnberg und Bayer Leverkusen hatte es Maxim dennoch geschafft, Bruno Labbadia von seinen Fähigkeiten zu überzeugen und stand gegen Lazio Rom überraschend in der Startelf. 43 Minuten und einen Ellbogenschlag später hatte sich dieses Experiment erst einmal erledigt.

Eine Saison unter dem Radar

Vielleicht waren es die unspektakulären Auftritte der gesamten Stuttgarter Elf in der Folgezeit, eventuell lag es an seiner Karbon-Maske, die Maxim fortan auf dem Platz zu tragen hatte, oder an seiner bescheidenen Körpergröße von 1,77 Metern. Vermutlich war gar ein Mix aus all diesen Komponenten Schuld daran, dass sein Gesicht trotz markanter Statistikwerte irgendwie dem aufmerksamen Radar der Medien entwischte.

Nun steht der Rumäne mit der Rückennummer 44 in seiner ersten Bundesliga-Saison im DFB-Pokalfinale und die Kontrahenten aus München sollten sich seinen Namen merken, denn Maxim hat in den letzten Wochen einiges in Bewegung gesetzt. Die Stuttgarter Nachrichten fragten kürzlich gar: »Kehrt mit Maxim der Fußball zum VfB zurück?«.

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