21.04.2014

Stuttgart-Schalke in der Spielanalyse

Die Konter ins Glück

Der VfB Stuttgart kontert sich zum Glück und besiegt den FC Schalke mit 3:1. Die Schalker beißen sich an der Stuttgarter Defensive die Zähne aus. Unser Spielanalyse zeigt, wie das passieren konnte.

Text:
Tobias Escher
Bild:
imago

Die Trainerlaufbahn von Huub Stevens wird gerne auf das berühmtestes Bonmot reduziert: »Die Null muss stehen!« Doch nicht immer tut man dem Knurrer aus Kerkrade damit Recht, wenn man seine Philosophie auf reinen Defensivfußball reduziert. Auf Stuttgarts Strategie gegen Schalke lässt sich der Stevens-Klassiker allerdings problemlos anwenden, schließlich agierten die Stuttgarter von Beginn an äußerst defensiv.

Schalke muss das Spiel machen

Stuttgart stellte sich ab dem Anpfiff in der eigenen Hälfte auf und überließ den Schalkern den Ballbesitz. Die Stevens-Elf verteidigte in einem engen 4-4-1-1, wobei Zehner Daniel Didavi recht tief agierte. Wenn Gentner vorrückte, entstand manches Mal ein kompaktes 4-1-4-1. Martin Harnik spielte auf dem linken Flügel etwas höher als Traore auf der anderen Seite und lauerte dort auf Konter, beide tauschten zudem häufig die Positionen.



Am Ende hatten die Schalker eine Ballbesitzquote von 60 Prozent, was für ihr Spiel eher untypisch ist, denn im Durchschnitt lag der Wert in dieser Saison bei circa 50 Prozent. So taten sich die Königsblauen lange Zeit schwer, den defensiven Riegel der Schwaben zu knacken. Allerdings ging Schalke dabei in der ersten Halbzeit auch nicht das höchste Risiko. Die Außenverteidiger hielten sich zurück, auch Kevin-Prince Boateng stieß nur vereinzelt in die Spitze vor.

Mit dieser eher vorsichtigen Herangehensweise kam Schalke nicht hinter die Stuttgarter Abwehr. Nur selten versuchten sie, auf einem der Flügel Überzahlsituationen zu schaffen. Die Spieler hielten ihre Positionen relativ starr, mit Ausnahme von Klaas-Jan Huntelaar, der sich immer wieder bis weit hinter die Mittellinie zurückfallen ließ, um überhaupt am Spiel teilnehmen zu können. Die Schalker standen durch die ihre Positionstreue sicher gegen Stuttgarter Kontersituationen und konnten ihrerseits schnell in ein geordnetes Pressing wechseln, ließen jedoch bis zur Pause den offensiven Punch vermissen.


 
 
 
 
 
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