Story der Woche: Spieleragent fälscht Köln-Vertrag

Schlecht beraten

Ein Schweizer Nachwuchsspieler unterschrieb einen Vertrag beim 1. FC Köln und träumte von der großen Karriere. Blöd nur, dass Jörg Schmadtke davon nichts wusste.

imago

Das Klischee geht so: Spielerberater sind halbseidene Typen. Männer mittleren Alters mit goldbesetzten Sonnenbrillen, diamantbesetzten Breitling-Uhren und haargelbesetzten Frisuren. Bisschen Andy Garcia, bisschen Rolf Eden.
 
Sofern sie über ein gutes Portfolio verfügen, machen sie gerne auch in den Medien auf dicke Hose. Sie sagen Sätze wie »Alle anderen sind nur Nichtskönner« oder »Mein Jurastudium war verschenkte Zeit, Anwälte kann ich mir schließlich kaufen.« So wie zum Beispiel  Mino Raiola, der als mächtigster Spielerberater der Welt gilt. Zu seinen Klienten gehören unter anderem Zlatan Ibrahimovic und Mario Balotelli.
 
Nicola S. hat zwar noch nie Mario Balotelli oder Zlatan Ibrahimovic beraten, er war nicht mal der Agent von, sagen wir, Thomas Zampach oder Stanislaw Salamowitsch Tschertschessow. Aber auch Nicola S. kann ordentlich Welle machen.

Eine Meisterschaftsprämie beim 1. FC Köln?
 
Die Sache begann im Dezember 2015, kurz vor Weihnachten. Um diese Zeit soll Nicola S. dem 17-jährigen Nachwuchsspieler Zurap Memeti ein besonderes Geschenk gemacht haben: Er brachte ihm einen Vertrag des 1. FC Köln mit.

Das Papier, so berichtet der »Kölner Stadtanzeiger«, las sich wie ein Lottogewinn. Zumindest für einen, der bislang beim Schweizer Viertligisten Zug 94 kickte: Von 13.200 Euro im Monat war in dem Vertrag die Rede, von 14 Gehältern und diversen Sonderleistungen. Außerdem sollte es Prämien für die Meisterschaft (80.000 Euro brutto) und das Erreichen der Champions League (70.000 Euro brutto) geben. Vielleicht hätte man an dieser Stelle skeptisch werden können. Aber hey, unterschrieben hatte das Papier ja unter anderem Kölns Geschäftsführer Jörg Schmadtke.
 
Wer würde da nicht schwach werden?
 
Zurap Memeti verabschiedete sich also von Zug 94, seinem Trainer, seinen Mitspielern. Er meldete sich von seiner Schule ab und packte die Sachen für die große Reise in die Bundesliga. Es sollte der Beginn einer großen Karriere sein, die ihn vielleicht eines Tages zu Mino Raiola oder zumindest einer diamantbesetzten Breitling-Uhren Breitling-Uhr führen sollte.
 
Es gab nur einen Schönheitsfehler: Der 1. FC Köln hatte noch nie von Zurap Memeti gehört. Der Vertrag war eine billige Fälschung. Urheber: Nicola S.

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