Stoiber kritisiert Klinsmann

Nicht so bitter, aber bitter

Edmund Stoiber macht sich Sorgen um seinen FC Bayern. »Es ist doch sehr ernüchternd und sehr amerikanisch«, grollte er via Fachblatt »Bunte«. Wer, wenn nicht dieser ausgewiesene Fachmann, darf das sagen? Wir springen ihm zur Seite. Stoiber kritisiert KlinsmannImago »Wer ein Trio vorne hat wie Ronaldo, Ronaldinho und äh...äh äh und äh...die anderen Brasilianer, Carlo...äh Roberto Carlos, das ist äh, das ist äh, Rivaldo dazu noch, Rivaldo äh äh - ah äh...Rivaldo und äh Ronaldinho und Ro...und Ronaldo also...das dann verloren zu haben, das ist zwar bitter aber nicht so bitter.«

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Ein Meilenstein der Fußballpoesie, den der ehemalige bayrische Ministerpräsident Edmund Stoiber nach dem verlorenen WM-Finale 2002 da gesetzt hat. Doch leider hat er sich seitdem nicht mehr oft gemeldet zu seinem eigentlichen Fachgebiet – dem Fußball. Er drohte in Vergessenheit zu geraten, dort drüben in Brüssel, wo er sich momentan in der EU-Kommission ehrenamtlich um den Abbau der Bürokratie in Europa kümmert.

Wieso wir? Wieso so?

Doch nun ist er endlich zurück. Eine ganze Region, ach was, ein ganzes Land atmet auf. Es war ja kaum auszuhalten in den letzten Wochen. Alle haben darauf gewartet, dass endlich jemand den Mut hat, es auszusprechen. Das hat auch er gespürt. Ernüchtert von den unterirdischen Leistungen der Bayern in Europa und der Bundesliga, taumelten alle willenlos wie kleine Kätzchen durch die Gegend, auf der Suche nach dem wieso. Wieso wir? Wieso so? Und nur er, die Lichtgestalt der bayrischen Politik, die Fußball-Expertise in Person, der Souverän, kann wissen, wo das Problem der Bayern liegt. Edmund Stoiber, der ehemalige Ministerpräsident von Bayern, die ehemalige Transrapid-äh-Geschwindigkeits-äh-Berechnungsmaschine, der Mann, der seine Frau liebevoll »Muschi« nennt, nimmt sich nun endlich Jürgen Klinsmann zur Brust: »Wir haben unter Jürgen Klinsmann sehr viele neue Trainer eingestellt, die die Spieler in den einzelnen Bereichen besser machen sollten. Das Ergebnis rechtfertigt die Aufwendungen nicht« ,sagte Stoiber über den Trainer von Bayern München in der Bunten. Genial.

Stoiber, immerhin Chef des Verwaltungsbeirates beim deutschen Fußball-Rekordmeister, wendet sich an das renommierte Fußballfachmagazin »Bunte« und sagt im Subtext: »Hört mal Leute, Klinsmanns Arbeit ist doch, mit Verlaub gesagt, Käse.«  Aber das ist noch längst nicht alles: »Es ist doch sehr ernüchternd und sehr amerikanisch.« Sehr Amerikanisch also. Was meint er nur? Spielen die Bayern jetzt mit Schutzhelmen und –panzern und werfen sich ein ovales Ei zu? Oder haben alle Bayern-Spieler Übergewicht? Die Erklärung bleibt er leider schuldig.

Fakt ist allerdings, das sich der ehemalige bayrische Landesvater Sorgen um sein Aushängeschild macht. Und darüber sollten sich jetzt wiederum die Bayern-Verantwortlichen Sorgen machen, denn wenn ein ausgewiesener Fußballfachmann bereits zu diesem frühen Zeitpunkt feststellt, dass es bei den Bayern hakt, na dann Servus. Servus Meisterschaft, Servus Lederhose, Servus »Mir san mir«, Servus Oktoberfest, Servus Weißwurst.  Jetzt heißt es Burger, Jogginganzug, Touchdown-Toni und Field-Goal-Franck. 

Der Untergang des bajuwarischen Abendlandes steht bevor und soll niemand später sagen, keiner hätte sie gewarnt. Was sagen Sie, Herr Stoiber? »Das hat für mich wenig mit Fußball zu tun.« Stimmt!

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