Star-Reporter Paul Sahner im Interview
06.07.2009

Star-Reporter Paul Sahner im Interview

»Fußball ist High Society«

Paul Sahner ist Star-Reporter des People-Magazins »BUNTE«. Der Insider erzählt im Interview von dem Sexappeal eines Fußballers, Jetset in St. Tropez und warum Oliver Kahn auf dem Boulevard für immer unsterblich sein wird.

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Herr Sahner, was muss ein Fußballspieler tun, um in der »BUNTEN« zu landen?

Der Fußballer müsste eine Affäre oder sogar eine echte Liebe mit einer besonders schönen Frau eingehen, bestenfalls mit einer bekannten Schauspielerin oder einer Moderatorin, die extrem ansehnlich und nicht ganz dumm in der Birne ist.



Es geht also vorrangig gar nicht um den Spieler, sondern um die Frau an seiner Seite?

Lothar Matthäus ist in dieser Hinsicht der absolute Jackpot für uns. Über einen Fußballweltmeister, der sich mit immer neuen Frauen umgibt, kann man natürlich sehr viel schreiben. Jetzt hat er doch wieder eine 19-jährige Schülerin mit nach Israel genommen. Ein Glücksfall, der Loddar! (lacht)

So etwas weiß ein Spieler natürlich.

Natürlich merkt man den Besitzerstolz, wenn Bastian Schweinsteiger seine Freundin Sarah Brandner präsentiert. Es ist eine Competition: Schaut her, ich habe die Schönste der ganzen Liga, keiner will hinter dem anderen zurückstecken. Dann kommt sofort der Nächste und sagt, meine Freundin ist aber auch ganz toll. Die Spieler wissen, dass es auch für ihre Werbewirksamkeit nicht schlecht ist, wenn sie etwas Attraktives an ihrer Seite haben.

Welcher Bundesligaspieler war im letzten Jahr am häufigsten in der »BUNTEN« abgelichtet?

Von den aktiven Spielern aus der Bundesliga war das mit großem Abstand Bastian Schweinsteiger. Bei dem Jungen stimmt seit einem Jahr einfach alles – sportlich erfolgreich, ein unglaublich glamouröses Model zur Freundin. Von den ehemals Aktiven natürlich Oliver Kahn, sein privates Leben hat uns schon immer sehr begeistert – erst Simone, dann Verena, dann doch die totale Rückkehr zu seiner Frau und seinen Kindern. Das sind die Geschichten, die unsere Leser natürlich interessieren.

Die Spieler, die Sie bis jetzt anführten, sind wahrscheinlich nicht aus Zufall alle vom FC Bayern?

Es hat natürlich mit dem FC Hollywood zu tun, gerade in einer Glamour-Stadt wie München. Der FC Bayern ist tonangebend in der High Society. Samstags treffen sich in Fröttmaning Politik und Wirtschaft, die allererste Sahne marschiert da ins Stadion. Und in München spielen einfach die Paradiesvögel. Die wohnen in den bombastischsten Villen, fahren die schärfsten Sportwagen. Ein Bastian Schweinsteiger macht mit seiner Sarah Urlaub in St. Tropez, wo schon Oliver Kahn hinfuhr. Das ist für dieses relativ junge Paar schon bemerkenswert, der junge Schweini geht dahin, wo der Jetset tobt.

Schließt Bastian Schweinsteiger nun die Lücke, die Oliver Kahn dem Boulevard nach seinem Rücktritt hinterlassen hat?

Ja, er hat diese Unbekümmertheit, die eine ganze Generation anspricht. Früher war Fußball eher ein Männersport, dann kamen irgendwann die Frauen der Männer, dann die Kinder – nun sind es vor allem die Mädchen, die sich für den Sexappeal eines Fußballers interessieren. Schweinsteiger und Podolski sind genau die Richtigen, die nachrücken, diese Jungs, die nicht so glatt gebügelt sind, die ihren eigenen Weg gehen und die rhetorisch nicht so geschliffen sind. Einfach frech wie Rotz!

Wie groß war das Bedauern in der Redaktion, als Oliver Kahn diese Saison nun tatsächlich sein Abschiedsspiel gab?

Das Bedauern war natürlich groß, aber Oliver Kahn wird für People-Magazine für immer unsterblich bleiben. Er war einfach jemand, der sich privat nie verbiegen lassen hat, der sein Leben gelebt hat – mit einer absoluten Moral.

Ist für Sie der Fußballspieler am wenigsten interessant auf dem Fußballplatz?

Nein, das würde ich nicht sagen. Würde Schweinsteiger nur noch auf der Reservebank schmoren, wäre er für uns auch nicht mehr sexy. Das wahre Starappeal eines Spielers zeigt sich jedoch abseits des Platzes, da gebe ich Ihnen recht. Wenn Luca Toni im »Schumann‘s« sitzt, scharen sich Trauben von hübschen Mädchen um seinen Tisch. Grundsätzlich kann man sagen, dass Fußball in der High Society angekommen ist.

Was würde der Gesellschaft fehlen, gäbe es keine hoch bezahlten Glamourfußballer mehr?

Mittlerweile zieht sich der Fußball durch sämtliche Gesellschaftsschichten. Allen sozialen Schichten würde diese Unterhaltung fehlen. Einerseits den Bonzen, die Politiker und Manager, die Millionen bewegen, und andererseits den HartzIV-Empfängern, die für ihr letztes Hemd in der Kurve stehen. Schon im Alten Rom suchte man den Nervenkitzel der ganz besonderen Art, da wurden die Christen in die Löwengrube geschmissen, und die Leute hatten Spaß dran. »Brot und Spiele« sind die Grundbedürfnisse der Menschen – und in Deutschland befriedigt Fußball das Bedürfnis »Spiele« am meisten.
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