Spieler des Jahres: Marco Reus

Spitzenklasse – trotz dieser Frisur

Die Frisur stimmt und das Spiel auch. 11FREUNDE-Kolumnist Hans Meyer gratuliert Dortmunds Marco Reus zur Wahl des »Spieler des Jahres«. Heute wird er in Hamburg ausgezeichnet.

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Es ist eine schöne Sache, dass man auch im fortgeschrittenen Alter immer noch dazulernt. Weshalb ich mich bei Marco Reus zunächst einmal dafür bedanken möchte, dass er mir geholfen hat, mit 70 Jahren noch eine falsche Grundannahme endgültig zu korrigieren. Ich bin nämlich immer davon ausgegangen, dass sich so modebewusste junge Männer wie er, die sich nebenbei scheinbar noch als Friseurmodels betätigen, nicht richtig auf Fußball konzentrieren könnten. Doch nun ist Marco an dieser Stelle sogar schon zum zweiten Mal zum »Spieler des Jahres« gewählt worden. Offensichtlich spielen Frisuren also für die Ernsthaftigkeit eines Profis keine Rolle.

Ein grundsolider Profi, der nie auf den Putz haut

Marco hatte schon bei seiner ersten Wahl 2012 eine phantastische Saison bei meinem Klub Borussia Mönchengladbach gespielt und entscheidend dazu beigetragen, dass wir uns endlich wieder für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren konnten. Wir waren natürlich nicht sehr glücklich, dass er uns danach verließ, um bei Borussia Dortmund zu spielen. Für mich war der Wechsel damals aber folgerichtig, weil Marco dort um die Meisterschaft und in der Champions League spielen konnte. Bei einem solchen Schritt weiß man allerdings nie, was der Kopf von einem solchen Jungen hergibt. Damit meine ich nicht, ob er klug oder dumm ist, sondern, ob er stark genug ist, mit den wachsenden Erwartungen klarzukommen. Genau das ist Marco überragend gelungen, nicht zuletzt, weil er ein grundsolider Profi ist, der nie auf den Putz gehauen hat.

Als Spieler ist er sowieso über alle Zweifel erhaben. Jeder Fußballliebhaber muss ihn einfach gerne haben, weil er unglaublich leichtfüßig, schnell und spielbegabt ist. Dazu kommt noch seine Torgefährlichkeit. Jeder Trainer weiß, dass man so einen Spieler immer einbauen kann, selbst wenn er bei gegnerischem Ballbesitz alle Fünfe gerade sein lässt. Nur, das Fantastische ist: Genau das tut Marco nicht, sondern er macht bei Ballverlust gut mit. Das macht ihn zu einem Spieler, wie ihn sich ein Trainer nur wünschen kann.

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