Spielanalyse: Leverkusen-Gladbach

Bayers 31-Schüsse-Feuerwerk

Flanke, Kopfball, kein Tor! Die Leverkusener scheitern trotz risikoreicher Taktik und starker Außenverteidiger an ihrer Chancenverwertung. Favre hat seine Neuzugänge taktisch noch nicht richtig integriert. Die 11FREUNDE-Analyse.

Vor dem Anpfiff waren die Befürchtungen groß, dass die Partie so torlos bleiben würde wie die Auftritte von Leverkusen und Gladbach in der Europa League. Doch diese Sorgen zerstreuten sich bereits, als die Zuschauer auf den VIP-Tribünen noch an ihrem Sekt nippten. Leverkusen befand sich nach dem Anpfiff im Tiefschlaf und vergaß die älteste Regel des Verteidigens: Mit der Viererkette nur aufrücken, wenn davor aktiv gepresst wird, ansonsten ist die Gefahr ziemlich groß, dass ein Passkünstler zu einem Schnittstellenpass ansetzt. In diesem Fall war es Juan Arango, der den Ball in bester Günter-Netzer-Manier aus der eigenen Hälfte hinter die aufgerückte Leverkusener Viererkette spielte. Patrick Herrmann versenkte den zentimetergenauen Pass (3.).

Leverkusens Außenverteidiger als Flügelstürmer

Erst nach dem zweiten Anpfiff realisierten die Leverkusener, dass die Partie bereits begonnen hat. In der Folge waren sie die aktivere und wachere Mannschaft. Ihr Trainer-Duo Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski verordnete ihnen eine flexible Anordnung: Defensiv spielten sie größtenteils in einem 4-1-4-1, mit Karim Bellarabi und Andre Schürrle auf den Außenpositionen. Offensiv konnten die zwei ins Zentrum rücken, da hinter ihnen die Außenverteidiger Michal Kadlec und Daniel Carvajal weit aufrückten. Zwei der drei Mittelfeldspieler sicherten dahinter ab.

Die Leverkusener Außenverteidiger prägten im weiteren Verlauf das Spiel. Die Werkself konnte dank ihnen mehrmals Überzahlsituationen auf den Außen herstellen, gerade nach schnellen Spielverlagerungen. Zudem zwangen die Außenverteidiger ihre Gegenspieler dazu, viel Defensivarbeit zu verrichten – Herrmann und Arango waren auf beiden Seiten gezwungen, sehr tief zu spielen. Auch kämpferisch waren Kadlec und Carvajal auf der Höhe: Dass die Gladbacher keine Konter in die freien Räume hinter den Außenverteidigern spielen konnte, lag an deren hohen Einsatz im Pressing.

Gerade die linke Leverkusener Seite wusste zu überzeugen. Kadlec (5 Torschüsse) und Schürrle (6 ) prüften ter Stegen oft. Kein Spieler flankte so oft wie Kadlec (5 Mal), der zudem fast 90 Prozent seiner Zweikämpfe gewann. Er belohnte sich für seinen beherzten und spielstarken Auftritt mit seinem sehenswerten Treffer zum Ausgleich (12.).

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