Spielanalyse: Hannover 96 - Borussia Dortmund

Der BVB und seine Kopie

Mit Hannover 96 und Borussia Dortmund standen sich am Sonntag die ligaweiten Umschaltkönige gegenüber. Vor dem Spiel stand für beide Trainer vor allem eine Frage: Wie vermeide ich Konterräume?

Hannover lief im gewohnten 4-4-2 auf, wobei die Stürmer dabei unterschiedliche Aufgaben hatten: Während sich Sobiech in der Spitze aufhielt und sich bei gegnerischem Ballbesitz an Mats Hummels orientierte, spielte Ya Konan um seinen Sturmpartner herum. Der Ivorer wich auf die Flügel aus und suchte häufig den Kontakt zu Schlaudraff. In der Defensive spielte er etwas hinter Sobiech, sodass ein 4-4-1-1 entstand. Die Idee dahinter war, den numerischen Vorteil, den der BVB im Mittelfeldzentrum hatte (Götze, Kehl und Bender gegen da Silva Pinto und Stindl), auszugleichen.

Hannover überließ den Dortmundern die Ball- und Spielkontrolle, der BVB hatte im ersten Durchgang teilweise bis zu 77 Prozent Ballbesitz. Die Niedersachsen setzten auf ihr starkes Konterspiel, dass sie bei Dortmunder Ballverlusten immer wieder aufblitzen ließen. Besonders stark dabei: Die Gegenstöße wurden fast durchgängig per Direktspiel inszeniert, was das Verteidigen enorm schwer macht. Für Hannover ist diese Art zu kontern typisch – in der Regel kommen sie bei ihren Blitzangriffen binnen zehn Sekunden zum Abschluss.

Dortmund spielte im 4-2-3-1. Wie üblich spielte die Dreierreihe hinter Lewandowski sehr eng beieinander. Dies sollte dafür sorgen, dass immer genug Anspielstationen in Ballnähe sind. Außerdem ist es so sehr schwer für den Gegner, die Außenspieler der Dortmunder zu doppeln, da ja immer ein oder zwei weitere Akteure in der Nähe sind, die sich für Doppelpässe anbieten.



Eine weitere, für das Dortmunder Spiel grundlegende Folge dieser engen Spielweise ist, dass die Außenverteidiger viel Raum bekommen, um ihre Vordermänner zu hinterlaufen. Schön zu sehen war dies beim 1:0 durch Lewandowski: Blaszcykowski positionierte sich im halbrechten Rückraum, wohin ihm Hannovers Linksverteidiger Rausch folgte. Den freigewordenen Raum lief Piszcek im Höchsttempo an und erhielt dort den Ball - Hereingabe und Vollendung waren dann nur noch Formsache.

Dass sich diese Spielweise nicht nur auf der ballnahen Seite zum Erfolg führen kann, zeigte eine Szene kurz nach der Pause. Dortmund ballte alle Offensivspieler auf der linken Seite, Hannover schob mit beiden Viererketten auf den Flügel. Piszcek erkannte dies, sprintete in den riesigen Freiraum und wurde bedient: Der Pfosten bewahrte den Gastgeber vor einem 0:2.

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