11.10.2013

Spanien buhlt um Atleticos Superstürmer Diego Costa

Besser als Brot

Ganz Spanien redet derzeit über Diego Costa. Der gebürtige Brasilianer ist der Erfolgsgarant von Atletico Madrid und soll nun der Selección helfen, ihren Weltmeistertitel in Costas Heimat zu verteidigen.

Text:
Sebastian Stier
Bild:
imago

Das Leben des Diego Costa verläuft zuweilen ungewöhnlich. So ungewöhnlich, dass der Stürmer von Atletico Madrid manchmal seinen Ohren nicht trauen mag. Es war im Spiel gegen Celta Vigo, Costa hatte gerade einen Elfmeter verschossen, da begann das ganze Stadion laut seinen Namen zu skandieren. »Cooooosta, Cooooosta«, dröhnte es von der Tribüne Estadio Vicente Calderón. Dachten die etwa, Costa hätte getroffen? Weil er ja im Moment immer trifft. Oder lag es eher daran, dass Atleticos Fans ihre Mannschaft und vor allem Costa derzeit richtig gern haben? Wohl eher das.

Denn für Costa, 25, und sein Team könnte es nicht besser laufen. Atletico hat alle seiner acht Ligaspiele gewonnen – besser startete der Klub noch nie. Und wäre da nicht die Tormaschine des FC Barcelona, Atletico würde die Tabelle anführen. So ist man »nur« Zweiter. In einer individuellen Kategorie liegt Atletico jedoch vor Barcelona: Man stellt den erfolgreichsten Torschützen der Primera Division. Diego Costa hat bisher zehn Mal getroffen, zwei Mal mehr als Lionel Messi, der gerade verletzt zuschauen muss. Auch in der Champions League läuft es mit zwei Siegen richtig gut.

Weil Scolari ihn links liegen lässt, ist Spanien interessiert

Costa ist momentan das Thema im spanischen Fußball – trotz der Länderspielpause. Dass Costa dadurch frei hat, ist nur bürokratischen Umständen geschuldet. Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque hätte ihn gern für die Spiele heute Abend gegen Weißrussland und am Dienstag gegen Georgien berufen, nur fehlte bisher ein wichtiges Schreiben aus Rio. Costa ist gebürtiger Brasilianer, aufgewachsen in der Nähe von Salvador de Bahia und hat auch schon zwei Länderspiele für die Selecao bestritten. Nationaltrainer Felipe Scolari ließ ihn seitdem aber links liegen. Bei den Spielen gegen Italien und Russland handelte es sich um keine Pflichtspiele und wenn der brasilianische Verband nun schriftlich bestätigt, dass Costa auch zu Juniorenzeiten nur Freundschaftsspiele bestritt, dann kann der Stürmer in Zukunft für Spanien spielen. Und dem Weltmeister helfen, seinen Titel zu verteidigen. In Brasilien.

Bisher fehlte von Costa  ein eindeutiges Bekenntnis, welches Nationaltrikot er in Zukunft tragen will. Nur Vicente del Bosque tönte nach einem gemeinsamen Essen: »Er will für uns spielen.« Dass diese Aussage nicht völlig fehlinterpretiert ist, deutete Costa am Mittwochabend in der Radiosendung »El Larguero«- zu deutsch: die Torlatte, an. Auf die Frage, ob er denn in einem möglichen Finale gegen Brasilien über ein Tor von sich für Spanien jubeln würde, sagte Costa: »Klar, warum nicht?«.

 
 
 
 
 
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