Nach rund 30 Minuten musste der BVB in Unterzahl weiterspielen: Julian Schieber, zuvor nicht zu sehen, musste vom Platz (31.). Es mag seltsam klingen, doch die Gelb-Rote Karte schadete dem BVB nicht. Durch Dortmunds hohe Aggressivität und das starke Pressing wird gerne vergessen, dass sie in einer anderen Disziplin stark sind: der kompakten Verteidigung. Mit der Führung und der Unterzahl im Rücken konnten sie ihre zwei Viererketten an der Mittellinie aufbauen. Götze ging als einzige Spitze nach vorne, hinter ihm standen die acht Akteure extrem kompakt, sprich: sie ließen keinerlei Räume zwischen den zwei Ketten.
Frankfurt hatte gegen Dortmunds kompakte Spielweise zwei Möglichkeiten: Entweder mit schnellen Pässen das Mittelfeld zu durchspielen, oder mit langen Bällen das Mittelfeld zu umgehen. Armin Veh entschloss sich für einen Mittelweg: Mit Olivier Occean (60., für Stefan Aigner) brachte er einen kopfballstarken Stürmer für einen Mittelfeldspieler, sein Team setzte allerdings weiter auf Kombinationen durch das Mittelfeld.
Frankfurts halbgare Strategie
Ihre Strategie war halbgar: Zu keiner Zeit schafften sie es, ihre theoretische Überzahl auszuspielen. Eintracht hatte die eigene Überzahl entweder in der eigenen Hälfte oder weit in der gegnerischen, nie aber im Mittelfeld. Occean und Srdjan Lakic hingen fortan vorne in der Luft, während die Dortmunder Ballgewinne im Mittelfeld verbuchen konnten.
Der BVB konnte den Vorsprung problemlos über die Zeit bringen. Sie hielten ihre Ordnung und warteten auf Möglichkeiten zum Kontern – mehr mussten sie nicht tun. Mit dieser Strategie schafften sie es, beste Chancen herauszuspielen und konnten sogar auf 3:0 erhöhen (65.). Den Seuchenabend für die Eintracht rundete die die Gelb-Rote Karte für Takashi Inui ab (78.). Der BVB hingegen bekam seine Wiedergutmachung und präsentierte sich defensiv wesentlich stabiler als zuletzt.