So wird Argentinien gegen Deutschland spielen

Die blau-weiße Wand

Zwischen Deutschland und dem vierten WM-Titel steht nur noch Argentinien. Das Team ist ein unangenehmer Gegner – und das liegt nicht nur an Superstar Lionel Messi. Die taktische Vorschau.

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Die deutsche Nationalmannschaft hat gekämpft und gezaubert, gewackelt und brilliert, seltsame Freistoß-Tricks aufgeführt und ZDF-Reporter in Interviews abgewatscht. Nun will sie den vierten Titel erringen. Das Finale gegen Argentinien dürfte aber anders als das Halbfinale kein Spaziergang werden. Die Argentinier gehören zu den defensiv stärkeren Teams dieser WM.

Sattelfeste Verteidigung

Es genügt ein Blick auf die Statistiken, um dies zu untermauern: In vier von sechs WM-Spielen blieben sie ohne Gegentreffer, darunter alle drei K.o.-Partien. Sie lassen pro Spiel durchschnittlich nur elf Schüsse zu – einer der niedrigsten Werte im Turnier (zwei weniger als Deutschland).

Argentiniens große Stärke ist, dass sie ihrem Gegner mit ihrer Defensivstrategie ein langsames Tempo aufzwingen. Ihr starkes Gegenpressing erstickt gegnerische Konter im Keim. Sie kehren zudem sehr schnell wieder in ihre Positionen zurück, sollte das Gegenpressing einmal nicht funktionieren. Allgemein ist Argentinien ein eher zurückhaltendes Team – selten befinden sich mehr als drei oder vier Spieler vor dem Ball, sodass die Elf fast nie ihre defensive Kompaktheit verliert. Konter sind gegen sie daher kaum möglich.


In der Defensive haben die Argentinier zuletzt mit zwei kompakten Viererketten in einem 4-4-1-1 agiert. Alternativ hat Coach Alejandro Sabella in dieser WM bereits auf ein 5-3-2 und ein 4-1-3-2 gesetzt. Sabella kündigte vor dem Finale allerdings an, sein Team wolle keine Räume für Deutschland öffnen. Eine defensive Herangehensweise im 4-4-1-1 erscheint wahrscheinlich.

Deutschland und der Ballbesitz

Deutschland hingegen kam bei dieser WM stärker über die eigene Dominanz. Sie drückten dem Gegner entweder durch ihr Ballbesitzspiel oder durch ein hohes Pressing den eigenen Spielrhythmus auf. Gegen Argentinien wird Deutschland vor allem ein starkes Ballbesitzspiel benötigen, um die gegnerischen Ketten zu knacken.

Dabei ist vor allem Ballsicherheit gefragt. Mats Hummels und Jerome Boateng dürfen gegen das argentinische Gegenpressing keine Schwächen zeigen. Sobald sich die Argentinier zurückgezogen haben, könnte Deutschland versuchen, über die rechte Seite anzugreifen. Deutschland agiert bei dieser WM relativ rechtslastig, fast 40 Prozent ihrer Angriffe bauen sie über diese Seite auf (über die linke Seite nur 30 Prozent).

Philipp Lahm könnte eine offensivere Rolle einnehmen, auch weil Argentinien auf dieser Seite weniger Offensivpotential hat als auf der gegenüberliegenden. Auch Sami Khedira und Linksaußen Mesut Özil bewegen sich gerne nach halbrechts, um diese Seite zu überladen. Angriffe durchs Zentrum dürften hingegen schwieriger werden als noch gegen Brasilien; Javier Mascherano und Fernando Gago bilden eine robuste und defensivstarke Doppelsechs.

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