So lief die Bundesliga-Saison 2013/14

Vorbei und doch im Tor. Geht das, Herr Brych?

Irgendwie komisch, diese Bundesliga-Saison. Einerseits dröge, durch passüchtige Bayern. Andererseits gab es paranormale Phänomene wie doppelte Bälle. Frank Lüdecke blickt für euch zurück.

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Ballbesitz & Tiki-Taka
Was werden wir unseren Enkeln von der Saison 2013/14 erzählen? Natürlich von Bayern München etwas. Und von neuen Begriffen, die wir damals erlernten. »Ballbesitz« zum Beispiel. Ich hatte von dem Wort schon mal gehört, wusste aber bis zu dieser Saison nicht, wie wichtig es ist. Die Münchener hatten in ihren Spielen teilweise 108 Prozent Ballbesitz! Wahnsinn! Und da sind die Einwürfe noch gar nicht mitgerechnet! Die Taktik war ein Entwurf ihres neuen Trainers. Ein Mann, von dem es hieß, er sähe aus wie George Clooney und sei schlau wie Hartmut Mehdorn. Oder noch schlauer. Die Taktik ging so: Die Bayern schoben sich den Ball zehn Minuten lang vor dem gegnerischen Strafraum hin und her. Dann erfolgte ein überraschender Pass in die Tiefe und daraus resultierte meistens ein Tor.

Nachdem sie mit dieser Methode sämtliche Spiele gewonnen hatten und schon frühzeitig Meister wurden, erfolgte allerdings ein unerklärlicher Bruch. Sie wurden überheblich wie die dekadenten Spätrömer. Plötzlich war die Liga ihrer nicht mehr würdig und nun ließen sie den Nachwuchs spielen, Bankdrücker, Junioren, Kinder, fragen Sie mich nicht. Der Ball zirkulierte zwar immer noch, aber jetzt die ganze Halbzeit. Was fehlte, war der Pass in die Tiefe. Sie schoben sich das Leder einfach nur noch hin und her. Das hört sich jetzt extrem langweilig an, tatsächlich aber war es unerträglich.

Startrainer Guardiola hatte dafür eine Erklärung. Ein kulturelles Problem! Wir Deutschen kennen die kontrollierte Offensive, den Konterfußball und vieles andere mehr. Aber »Tiki-Taka« – nicht zu verwechseln mit »Bunga-Bunga« – sei ein Spielsystem mit Migrationshintergrund, das bei uns noch nicht so richtig angekommen sei. Möglicherweise muss bei Bayern nächste Saison mit spanischen Spielern nachgebessert werden.

So erhielt eine zunächst grandiose Saison einige veritable Kratzer. Höhepunkte waren ein tragisches 0:4 in der Champions League und die neue Postadresse ihres ehemaligen Präsidenten.

Das Fußvolk der Liga
Was bei der Dominanz der Bayern völlig übersehen wurde: Es spielten auch andere Mannschaften mit. Dortmund zum Beispiel oder Schalke, die sich beide fingen, in der Rückrunde. Sensationell war, was Augsburg und Mainz ablieferten. Nicht ausgeschlossen, dass sich die Mainzer nach der WM einen neuen Trainer suchen müssen.

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