So ging der HSV in Braunschweig unter

In Hamburg sagt man Tschüss!

Bert van Marwijks letzter Auftritt als HSV-Trainer gerät zum Desaster: Der Hamburger SV geht bei Eintracht Braunschweig mit 2:4 unter. Doch lag es wirklich am Trainer? Die 11FREUNDE-Spielanalyse.

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Was war das für eine Woche beim Hamburger Sportverein? Erst elektrisiert die Personalie Felix Magath den Bundesligadino, und dann verliert man zu allem Übel auch noch mit 0:5 gegen die Bayern. Im Abstiegsduell gegen Eintracht Braunschweig wollten die Hamburger die schweren Tage vergessen machen. Sie begannen in einer 4-2-3-1-Formation, Braunschweig setzte auf ein 4-1-4-1.

Mehr Holz als in einem Sägewerk

Beide Teams wirkten von Beginn an sehr nervös. Die Braunschweiger versuchten, mit ihrem Pressing die Hamburger früh unter Druck zu setzen. Sie spielten mit einer Variante, die sie bereits in den Partien zuvor erprobt hatten: Der Angreifer positionierte sich zwischen den gegnerischen Innenverteidigern, um Querpässe zu verhindern. Einer der Achter lief daraufhin den ballführenden Innenverteidiger an und setzte ihn unter Druck, die Außenstürmer deckten währenddessen die Außenverteidiger.

Dem HSV blieben zwei Möglichkeiten: der Pass zum Torwart oder der lange Ball. Bert van Marwijk gab scheinbar die Devise aus, kein Risiko einzugehen und mit langen Bällen zu operieren. Den geordneten Spielaufbau sah man von den Hamburgern nie, beim kleinsten Anzeichen eines gegnerischen Pressings schlugen sie den Ball nach vorne.


Auch Braunschweig arbeitete nach der Devise, im Zweifel lieber den Ball wegzuschlagen. Sie hatten den leichten Vorteil, dass die Hamburger nur selten pressten und oft im 4-4-2-0 verteidigten. Allerdings war den Braunschweigern anzumerken, dass sie nach Werder Bremen die zweitniedrigste Passgenauigkeit der Liga haben (durchschnittlich 72 Prozent). So griffen auch sie auf lange Bälle zurück und bekamen nur selten längere Passfolgen zustande. Zur Halbzeit hatten beide Teams unterirdische Passwerte, Braunschweig war mit 61 Prozent Passgenauigkeit noch etwas genauer als die Hamburger (54 Prozent).

Braunschweiger Systemwechsel

Der Fokus auf lange Bälle brachte beiden Teams wenig Raumgewinn. Die Angreifer positionierten sich sehr hoch, eine nachstoßende zweite Reihe gab es nur selten. So konnten die Verteidiger die langen Bälle aus dem Gefahrenbereich köpfen, ohne dass ein Gegenspieler an den zweiten Ball kam. Dass der einzige Treffer der ersten Halbzeit nach einem Einwurf fiel (23.), spiegelte den spielerischen Wert dieser Partie wider.

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