So entstand der aktuelle Kunstschuss

Willkommen am 19. Loch

Für unser aktuelles Bundesliga-Sonderheft folgten wir den Spuren der verlorengeglaubten Kuttenträger. Bildredakteur Kai Senf über Begegnungen zwischen Wasserhindernis und Königsspringer.

11FREUNDE
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Das 17. Loch. Par 3. Seit fünf Stunden stehen wir auf dem Golfplatz Berlin-Wannsee und warten auf das perfekte Foto. Langsam schleichen wir uns heran. Der Kuttenträger sei ein scheues Wesen, nur bei absoluter Stille könne ein Bild in freier Wildbahn geschossen werden, wurde uns im Vorgespräch gesagt. Und plötzlich steht er vor uns! Der Kuttenträger des Golfsports, der Feinschmecker unter den Sportfans also, fuchtelt wild mit den Armen und brüllt Markus W. zum Hole-in-One. Endlich weiß ich, wofür sich die Strapazen der vergangenen Wochen lohnen werden.

Wo sind sie hin?

Die Kuttenträger haben das Bild der Fanblöcke in den Fußball-Bundesligen über Jahrzehnte geprägt, doch mittlerweile hat sich dieses Bild verändert. Statt Jeansjacken prägen vor allem dunkle Kapuzenhoodies und der allgemeine Merchandising-Kram die Stadien. Wohin könnten also die Kutten abgewandert sein? Ist es ähnlich wie in der Biologie? Eine Nischenbildung bei Konkurrenzaufkommen? Wanderte diese Art des Fußballfans notgedrungen zu Golf, Tennis und Schach? Wir begannen mit den Gedankenspielchen und fanden uns auf einer Galopprennbahn und den Werner-Ott-Open in Kreuzberg wieder.

Ryders-Cup-Kampftrinker, Lasker-Schüler und der Fanclub Doppelfehler. All ihre Embleme fanden in den nächsten Wochen Platz auf unseren eigens hergestellten Jeansstoffen. Mit Tuben voller Kragenfett und dem schweißtreibenden Einsatz von Schmiergelpapier erhielten die Unikate anschließend den abgestandenen Neunziger-Jahre-Look. Auch für die Fan-Doubles scheuten wir keine Mühen. Überarbeitete Praktikanten, Studienkollegen und sogar Diskobekanntschaften aus New York stellten sich für uns vor die Linse.



Die natürlichen Bedingungen des Fan-Außenseiters vor die Kamera zu bekommen, war natürlich reine Utopie. Also musste ein wenig nachgeholfen werden. Auf dem Steffi-Graf-Court spielten zwar zeitgleich die besten Nachwuchs-Lisickis um die Tenniskrone, doch von den geschätzten 300 Zuschauer wagten sich nur eine Handvoll in die Nähe des Tennissupporters Wilfried Brantano. Dabei hatte Willy sogar seine Leuchtfeuer daheim gelassen.

36 Löcher, zehn Freibier

Ein großer Dankes-Blumenstrauß geht auch an unseren Caddy-Fahrer und Golfplatz-Experten Collin. Zielsicher steuerte er unser Fotografenteam zu den entlegensten Stellen des 69. Amateurturniers im Südwesten Berlins. Immer auf der Spur von Golf-Freund Gerd Feuerbach. Nach einem Tag zwischen Driving Range und Putting Green konnten wir zahlreiche Aufnahmen vorweisen, Fritz Pölking wäre sicher Stolz gewesen. Besonders sehenswert: Die Zusammenkunft zwischen Gerd, geschwängert von 36 überstandenen Löchern und zehn Freibieren, und der gutbürgerlichen Golfgesellschaft. Da wartet noch etwas Arbeit.

Unsere Arbeit gilt es im aktuellen Bundesliga-Sonderheft zu bewundern. Hier geht es zu den Making-of-Bildern.

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