Sind Fußballer Weicheier?

Wider das Macho-Image

Eine der großen Fragen der Gegenwart: Sind Profi-Fußballer verweichlicht? Und wenn ja – warum? Der Versuch einer Antwort.

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So muss die Woche nicht zu Ende gehen, jedenfalls nicht aus Sicht eines Werder-Fans: Ganz Deutschland schwärmt noch vom Spitzenspiel Dortmund gegen Bayern und am späten Sonntagnachmittag liegt Bremen gegen Mainz mit 0:3 hinten. Dann dieses: Der frisch eingewechselte Mehmet Ekici wird von einem Schuss im Gesicht getroffen und geht zu Boden. Mit schmerzverzerrten Gesicht rollt er über den Rasen und wenn man nicht eben Zeuge gewesen wäre, dass Ekici lediglich von einem mit halber Geschwindigkeit getretenen Ball erwischt worden wäre, könnte man jetzt auch annehmen, es habe sich nicht um eine Plastikkugel, sondern einen Marschflugkörper gehandelt. Hilflos blickt man auf den Spielstand, die Uhr und auf den sich weiterhin wälzenden Ekici und kann nicht mehr. Bei einem Rückstand von 0:3 erwartet der leidende Fan, dass die Spieler seiner Mannschaft gegebenenfalls auch einen Kasten Bier aus dem Strafraum köpfen und nicht den sterbenden Schwan spielt. Was bleibt, ist die vielleicht am häufigsten verwendete Fußball-Stammtischthese der Gegenwart: Alle Profi-Kicker sind heutzutage Weicheier.

Manche Kopfballduelle sehen gefährlicher aus als Haifischbecken

Profi-Kicker rennen 12, 13 Kilometer pro Spiel, sie werfen sich in höchstem Tempo in Zweikämpfe, bei denen Knochen brechen und Sehnen reißen können. Sie sind manchmal nicht größer als 1,70 Meter und lassen sich von 1,90 Meter-Hünen über den Haufen rennen. Sie gehen in Kopfballduelle, die in der Zeitlupe ähnlich gefährlich aussehen, wie eine Arschbombe ins Haifischbecken. Nein, Weicheier sind Ekici und Kollegen ganz sicher nicht. Aber sie tun so, wenn ihnen danach ist. Was soll das?

Kein professionelles Fußballspiel, bei dem Spieler nicht kreischend über den Rasen rollen, wo doch jeder weiß, dass sich das zusätzliche Abrollen nicht mit echten Schmerzen verträgt. Keine Partie, in der nicht gestandene Zweikämpfer nach sachten Berührungen von Ellenbogen und Kopf in brüllende Ekstase verfallen, als würde ihnen jeden Moment ein Tumor aus den Augen wachsen. Das ist paradox. Denn sind nicht Fußballer die allerletzten Machos unserer Gesellschaft?

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