Sind die ganz großen Zeiten von Barca vorbei?

Früher war alles besser

Mit zwei mühsamen Unentschieden gegen Paris St. Germain hat sich der FC Barcelona einen Platz im Halbfinale gesichert. Barca gehört selbstverständlich noch immer zu den besten Mannschaften der Welt – aber den Nimbus der Unbesiegbarkeit hat die Mannschaft längst eingebüßt.

Metall glitzerte am Anzug von Dani Alves. Silberne Nieten verzierten das Revers, zu später Stunde sollte es ein extravagantes Modell sein. Darunter trug der stürmende Außenverteidiger des FC Barcelona ein maßgeschneidertes weißes Hemd und einen schwarzen, sehr dünnen Schlips aus Seide. Richtig fein gemacht sah Alves aus, und wer es nicht besser wusste, der wäre beim Anblick des Brasilianers auf den Gedanken gekommen, es gäbe hier in den Katakomben des Camp Nou etwas Außerordentliches zu feiern.

Bei Barca ist niemanden nach Jubeln zumute

Im Grunde gab es das ja auch: Nach dem 2:2 vor einer Woche erreichte der FC Barcelona durch ein 1:1 (0:0) im Rückspiel gegen Paris St. Germain zum sechsten Mal in Folge das Halbfinale der Champions League. Das ist bisher noch keinem Klub gelungen. Ausgelassen jubeln wollte trotzdem niemand. Zu sehr war man sich, gemessen an den eigenen Ansprüchen, der dürftigen Leistung bewusst »Wir mussten auf dem Feld einiges ausstehen«, sagte Alves. »Das war eine ziemlich schwierige Angelegenheit.« Schwieriger, als man sich das in Barcelona allgemein vorgestellt hatte. Die Franzosen sind mit Zlatan Ibrahimovic, Ezequiel Lavezzi, Javier Pastore oder Thiago Silva namhaft und dementsprechend teuer besetzt, als Mannschaft aber traute man der mit katarischem Geld zusammengekauften Weltauswahl nicht wirklich etwas zu gegen den FC Barcelona. Ein Trugschluss.

Nach dem Führungstreffer durch Javier Pastore zu Beginn der zweiten Halbzeit wäre Paris beinahe ins Halbfinale eingezogen. Barcelona wackelte. So sehr, dass es der Einwechselung des eigentlich noch verletzten Lionel Messis bedurfte, um wenigstens noch das eine nötige Tor zu erzielen. Der Argentinier leitete mit einem Dribbling den Ausgleich durch Pedro ein. Ebenfalls an der Kombination beteiligt war David Villa, der Messis Anspiel auf Pedro ablegte. Angesprochen auf zwei sieglose Spiele gegen Paris sagte Villa: »Das ist auch eine Art, ins Halbfinale einzuziehen.« Dabei sah der Stürmer genauso wenig glücklich aus wie sein Mannschaftskollege Andres Iniesta, der sagte: »Wir haben vieles nicht so gut gemacht, wie gewohnt«.

Hinweis: Wenn Du feststellst, dass hier rechtes Gedankengut verbreitet wird, Nutzer diskriminiert werden oder Diskussionen einen unschönen Ton annehmen, dann informiere uns bitte per Mail! Wir werden dann gegebenenfalls eingreifen. Diskussionen bei 11FREUNDE sollen sportlich und sauber ablaufen! Diskriminierung und Intoleranz werden von uns nichts akzeptiert! Niemals! Danke für deine Hilfe!