11.06.2012

Sind die EM-Medien notgeil?

»Brüste! Wir brauchen Brüste!«

Unser Autor hat nichts gegen Brüste. Im Gegenteil. Und trotzdem stört ihn die ungezügelte Jagd der übertragenen EM-Medien nach schönen und mindestens halbnackten Frauen im Stadion. Eine Empörung.

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Imago

Gestern war es mal wieder so weit. Es dauerte seine Zeit, aber dann hatte der Kameramann einen hübschen weiblichen irischen Fan gefunden. Ein blondes Mädchen, fröhlich bemalt mit den irischen Farben, ein weißes Lächeln im Gesicht, das es dann auch prompt dem Kameramann und damit der Großbildleinwand schenkte. Man kann sich das Prozedere in der TV-Regie lebhaft vorstellen. Regisseur: »Brüste, Leute, wir brauchen Brüste!« Kameramann: »Da! In Block E, Platz 45!« Regisseur: »Zoomen!« Kameramann: »Bin dabei, Chef!« Regisseur: »Vollbild, gut so! So, der Ball ist im Aus. Uuund...Action!« Halbnackte irische Blondine im Bild, dem Zuschauer geht daheim die Hose auf.

Eine ordentliche Portion Titten darf nicht fehlen

Ich persönlich habe nichts gegen hübsche Frauen oder Brüste. Natürlich nicht. Aber diese notorische Notgeilheit bei großen Turnieren geht mir auf den Zeiger. Schon 2006 kam offenbar kein Bilderdienst, keine Kamerateam umher, Nahaufnahmen von jubilierenden Nackedeis im Stadion oder beim Public Viewing zu zeigen. Fußball war jetzt schließlich bunt und lustig und eben nackt, da durfte eine ordentliche Portion Titten nicht fehlen.

Inzwischen werden hübsche Mädchen in nationalfarbenen Bikinis, Tops und Hotpants geradezu inflationär verwendet. Gibt man die Kombination »Deutschland Portugal« bei einem gängigen Bilderdienst ein, erscheinen zunächst sage und schreibe 76 Fotos von a.) aufreizend gekleideten Spielerfrauen (ganz weit vorne: die quasi hosenfreie Khedira-Flamme Lena Gercke), b.) aufreizend gekleidete weibliche Stadionbesucher oder c.) eine Mischung aus aufreizend gekleideten Spielerfrauen und Otto-Normal-Fans.

Fazit: Brüste gibt es auch woanders

 
 
 
 
 
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