16.02.2013

Sieben Fragen an die Bundesliga

Nichts für schwache Nerven

Der Titel ist vergeben, aber hinter dem FC Bayern bleibt die Bundesliga spannend. Hier kommen sieben brisante Fragen an den Rest der Saison.

Text:
Stefan Hermanns
Bild:
Imago

Selten war das Rennen um die deutsche Meisterschaft so langweilig wie in dieser Saison. Der FC Bayern München hat den Titel de facto schon jetzt sicher. Selbst wenn der Tabellenzweite Borussia Dortmund alle noch ausstehenden Spiele gewinnen sollte, müssten die Bayern fünfmal verlieren, um Platz eins noch einzubüßen – also fünfmal so oft wie in den bisherigen neunzehn Begegnungen. Und selbst dann könnte die Tordifferenz den Titelkampf noch zu ihren Gunsten entscheiden. Doch unabhängig von der Entscheidung um die Meisterschaft sind bis zum Saisonende noch einige spannende Fragen zu beantworten.

Wer wird neuer Trainer bei Schalke 04?

Beim FC Schalke 04 sind die Uhren immer schon ein bisschen anders gegangen. Das wird man auch in Kürze wieder feststellen können, wenn Horst Heldt die Saison 2012/13 ganz abrupt und völlig unerwartet schon vor dem 34. Spieltag für beendet erklärt. Vielleicht passiert das schon am Wochenende, falls die Schalker bei Mainz 05 ihre nächste Niederlage kassieren und Sportdirektor Heldt sich auf sanften Druck des Aufsichtsratsvorsitzenden Clemens Tönnies zu einer außerplanmäßigen Entscheidung in der Trainerfrage gezwungen sieht. »Jens Keller bleibt bis zum Saisonende«, hat Heldt bei jeder sich bietenden Gelegenheit gesagt, zuletzt erst am vergangenen Wochenende wieder. Im Zweifel muss das Saisonende also einfach ein paar Wochen vorgezogen werden, damit Held nicht als Lügner dasteht. Kein Problem: Die Schalker spielen schließlich schon länger so, als ginge es für sie um rein gar nichts mehr.

Welche Rekorde können die Bayern noch brechen?

Einige. Am realistischsten ist es, dass sie mit den wenigsten Auswärtsgegentoren durch die Saison kommen. Ein einziges musste Torhüter Manuel Neuer bisher hinnehmen, am zwölften Spieltag vom Nürnberger Markus Feulner. Die bisherige Bestmarke hält Werder Bremen (zehn Gegentore in der Saison 1987/88). Bei den Gegentoren insgesamt können die Bayern nur sich selbst übertreffen (21, Saison 2007/08). Reizvoller sind daher zwei andere Rekorde: Die meisten Siege in einer Saison muss der FCB sich noch mit Borussia Dortmund teilen (25), und auch die höchste Punktzahl hat der BVB erzielt. In der vergangenen Saison wurden die Dortmunder mit 81 Punkten Meister. Es würde die Bayern ganz sicher nicht stören, sollte der aktuell ärgste Konkurrent die Bestmarke schon nach einem Jahr wieder verlieren.

Gelingt Eintracht Frankfurt der Klassenerhalt?

Vermutlich ja, aber ganz so sicher sind sie sich in Frankfurt nach den Erfahrungen der Saison 2010/11 natürlich nicht. Vor zwei Jahren sind sie als Tabellensiebter und mit 26 Punkten in die Winterpause gegangen – in der Rückrunde kamen dann nur noch ganze acht Punkte hinzu, was den Absturz auf Platz 17 zur Folge hatte. Vorsicht ist also geboten, zumal der Eintracht zur magischen 40-Punkte-Marke immerhin noch ein Sieg fehlt. In den meisten Jahren haben allerdings auch die 37 Punkte, die der Aufsteiger bisher gesammelt hat, zum Verbleib in der Liga gereicht. Vermutlich übertreibt man also nicht mit der Feststellung, dass die Eintracht zumindest den Relegationsplatz sicher hat.

 
 
 
 
 
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