23.05.2013

Seltsame Fan-Regeln beim Finale

Keine Choreo – und keine Skateboards

Ob im Pub oder im Stadion – für Fans gelten beim Finale strikte Regeln. Dortmunder und Bayern hadern mit der Uefa, doch der Verband versteht die Aufregung nicht. Und warnt vor Skateboards im Stadion.

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Selbst Jürgen Klopp war kurzzeitig sprachlos. Die Choreografie der Dortmunder Fans vor dem Viertelfinalspiel gegen Malaga beeindruckte nicht nur den Trainer der Borussen, sondern auch viele internationale Beobachter. Im Finale am Samstag wird es diesmal keine Choreografie der Schwarz-Gelben geben. Der Grund: die harschen Reglementierungen der Uefa.

Die Dortmunder Ultragruppierung »The Unity« erklärte den Schritt in ihrer Publikation »Vorspiel« so: »Abgesehen von den maßlos übertriebenen Brandschutzauflagen, wurde uns in Wembley nun auch noch verboten, den kompletten mittleren Tribünen-Rang mit in unsere Aktion einzubeziehen. An ein geschlossenes Kurvenbild war so nicht mehr zu denken.« Alle bereits eingegangen Spenden werden für Choreografien und Aktionen in der kommenden Saison verwendet, hieß es in der Mitteilung. Die Gruppe sei »über alle Maße frustriert, dass es uns die Uefa förmlich unmöglich macht dem Champions-League-Finale einen würdigen Rahmen zu verleihen«.

Zum Wohle der Logenbesucher

Der »Club Nr.12«, eine Vereinigung aktiver Bayern-Fans, teilte in einer eigenen Mitteilung die Auffassung der Dortmunder Fans und fand deutliche Worte zu den Anforderungen des Verbandes: »So ein Finale setzt beträchtliche Teile des Großhirns außer Kraft, was ja auch in anderen Bereichen rund um das Finale (z.B. Ticketpreise) deutlich wird.« Dennoch entschieden sich die Münchener, die Choreografie durchzuführen.

Den Bayern-Fans zufolge habe die Uefa eine Sichtbehinderung für die Logenbesucher zwischen Ober- und Unterrang gefürchtet und so die Bestimmungen verschärft. Eine Blockfahne in diesem Mittelrang sowie ein Spruchband sollen den Fans verboten worden sein. Zudem gab es Wirbel um den Zeitpunkt der Vorbereitungen, die Fans dürfen nun nicht am Spieltag, sondern nur am Freitag ins Stadion. Die Folge: Viele Fans mussten ihre Flüge umbuchen. Es gebe bei der Organisation immer Hürden, schrieben die Bayern-Anhänger, »aber im aktuellen Fall kommt es uns so vor, als hätten wir uns vom Hürdenlauf zum Stabhochsprung verirrt«.

Uefa: Unterstützen Fan-Choreografien

Der Verband versteht hingegen die Aufregung nicht. Auf Nachfrage von 11FREUNDE verwies die Uefa auf die »Eigenheiten des Stadions sowie die lokalen Gesundheits- und Sicherheitsbestimmungen«. Bei einem Treffen zwischen dem lokalen Organisationskomitee, den Vereinen und der Uefa seien diese »im Vorhinein abgeklärt« worden. Die Uefa sagt: »Beide Vereine werden darin unterstützt, beim Finale Fan-Choreografien zu gestalten.« Im Fanbereich der Bayern werde eine Choreografie stattfinden, »von Borussia Dortmund gab es keine offizielle Anfrage«.

1500 Pfund für ein Banner

Wie strikt die Bestimmungen im Stadion selbst sind, musste ein Fan von Yeovil Town erfahren. Dan Cabell zeigte vor knapp zwei Wochen beim Halbfinalspiel um den Aufstieg gegen Brentford ein Banner mit der Aufschrift »Little Old Yeovil«. Ihm wurde mitgeteilt, dass er 1500 Pfund zahlen müsste, sollte er das Banner ins Wembley-Stadion mitbringen.

Ein Sprecher des englischen Fußballverbandes erklärte dies in einem Statement ebenfalls mit Verweis auf die Sicherheit. »Unser Vertragspartner müsste acht Personen aufbringen, um zu gewährleisten, dass das Banner sicher über den Köpfen der Zuschauer gezogen wird. Dadurch entstehen zusätzliche Kosten.« Cabell selbst kommentierte die Rechnung so: »Der moderne Fußball ist verrückt geworden.«

 
 
 
 
 
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