Schluss mit der negativen HSV-Presse!

Win-Win-Situation

Vergangene Woche nörgelte HSV-Spieler Dennis Aogo: »Es kotzt mich an, dass alles kritisiert und negativ gesehen wird!« Nun ist der HSV im Pokal gegen Drittligist Karlsruher SC ausgeschieden. Zeit für ein Jubelstück.

Der Zehner & der Torjäger

Dennis Aogo ist eigentlich kein Lautsprecher. Der Verteidiger verrichtet seine Arbeit beim HSV stets recht solide. Auf der linken Außenbahn geht es auf und ab und manchmal landet eine Flanke sogar auf dem Kopf eines Stürmers. In Interviews gibt sich der 25-Jährige sachlich und fundiert. Ein ausgeglichener Typ.
 
Wenige Tage vor dem Pokalspiel beim Karlsruher SC platzte ihm allerdings die Hutschnur. Da baslerte Dennis Aogo in der »Hamburger Morgenpost«: »Es kotzt mich an, dass alles kritisiert und negativ gesehen wird!« Das sei überall so: in den Medien, in den Cafés der Hamburger Innenstadt, auf den Wiesen des Hamburger Umlandes. An jeder Ecke die volle Negativpeitsche.
 
Ein Grund für Aogos Aufregung war ein Testsspiel, das wenige Stunden zuvor stattfand. In dem hatte sich der HSV mit Ach und Krach zu einem 5:3-Sieg gemüht. Zwischenzeitlich stand es 1:2. Ja, da haben die Journalisten und Fans alles ein bisschen kritisiert und negativ gesehen, andere haben gelacht und gespottet, denn der Gegner hieß Altona 93 und spielt in der Oberliga.

Nun ist der HSV gegen den Karlsruher SC im DFB-Pokal ausgeschieden. Wieder spotten einige, denn der KSC ist gerade aus der Zweiten Liga abgestiegen. Laut »Bild« spielte aber der HSV genau so: »wie ein Absteiger«. Und die »Welt« schreibt von einer »Pokal-Blamage«. Doch muss man so schwarzmalen? Hat Dennis Aogo nicht verdammt Recht mit seiner Kritik an der Kritik? Ist der HSV nicht eigentlich total gut in Form? Natürlich! Man muss nur die Perspektive ändern.

Nehmen wir zum Beispiel das Pokalspiel. Da machte Maxi Beister das Tor zum 2:1. Ein Neuzugang, ein Hoffnungsträger. Er hat prompt eingeschlagen. Großartig! Zuvor hatte schon Marcus Berg getroffen. Jener Schwede, den man einst für 10 Millionen Euro vom FC Gronigen loseiste und eigentlich schon abgeschrieben hatte. Nun brennt der Stürmer wie nie zuvor. Nach der Niederlage brummte er: »Ich bin zu sauer, um zu denken.« Wir halten fest: Marcus Berg schlug sich vom Fehleinkauf zum Mitläufer zum Ergänzungsstürmer zum Torjäger zum »Aggressiv-Leader«. Ein famoser Fünf Punkte-Plan steht vor der Finalisierung. Auch das: Großartig!
 
Dann diese Diskussion um einen neuen Zehner. Die ist doch vor allem eines: Hanebüchen! Denn der Zehner ist längst da. Er heißt, na klar, Per Skjelbred. Der Norweger spielt eigentlich auf der Doppelsechs. Weil sein Nebenmann Heiko Westermann diese Position aber quasi alleine übernimmt, kann Skjelbred immer wieder als Spielgestalter wirken. So war er auch gegen den KSC Dreh- und Angelpunkt im Hamburger Offensivspiel. Zu guter Letzt agierte auch Hakan Calhanoglu sehr gut hinter den Spitzen. Einziger Schönheitsfehler: Der Türke spielt momentan noch für den KSC und wechselt erst 2013 nach Hamburg.

Klar, Niederlagen sind nie schön. Doch mal ehrlich: Nach dem Pokal-Aus kann sich der HSV auf die Bundesliga konzentrieren. Das hat in der vergangenen Spielzeit auch wunderbar funktioniert. Der HSV wurde Fünfzehnter. Für die einen: Die schlechteste Platzierung aller Zeiten. Für uns: Ein Nichtabstiegstriumph erster Güte.

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