Schalke-Leverkusen in der Spielanalyse

Kellers Strategiespiel

Bayer Leverkusen dominierte lange Zeit die Partie gegen den FC Schalke und führte mit zwei Toren. Doch dann gelang S04-Trainer Jens Keller ein besonderer Kniff. Die 11FREUNDE-Spielanalyse.

Auch wenn die ersten beiden Plätz in der Tabelle bereits vergeben sind, gibt es in der Bundesliga noch jede Menge Spannung – besonders wenn es um die Qualifikation für den internationalen Wettbewerb geht. Im Kampf um die Champions-League-Plätze hatte Schalke am Samstagabend die große Chance, den Abstand auf Bayer Leverkusen zu verringern. Diese konnten ihrerseits den dritten Platz zementieren.

Schalke lauert auf Konter

Zunächst einmal übernahm Bayer Leverkusen die Initiative. Dies lag an der abwartenden Schalker Mannschaft: Diese stellten sich in einem 4-4-2 auf und ließen die Gäste kommen. Speziell Simon Rolfes war stets anspielbar, da er sich im Loch zwischen den beiden vordersten Schalker Akteuren und ihrer Vierer-Mittelfeldreihe postierte. Dementsprechend war er nach 90 Minuten der Leverkusener mit den meisten Ballkontakten (73). So bekam Leverkusen in der ersten Halbzeit eine ruhige Ballzirkulation zustande.



Die Leverkusener versuchten, aus einem ruhigen Spielaufbau heraus Schalkes Defensivverbund über die rechte Seite zu knacken. Hier stieß Leverkusens Rechtsverteidiger Daniel Carvajal immer wieder nach vorne. Schalke rückte mit den eigenen Viererketten dagegen ballnah ein. Am besten funktionierte Leverkusens Spiel, wenn sie schnell auf die Flügel kamen und über Sidney Sam, Carvajal und den nach rechts stoßenden Lars Bender Überzahlsituationen herstellen konnten. Beim Führungstreffer ging dieser Plan voll auf, Bender bereitete mit einer Flanke das Tor von Rolfes vor (39.). Zugegeben: Die Überzahl zu kreieren war nicht sonderlich schwer, da ein Schalker verletzt im eigenen Strafraum lag.

Das Gegentor passte nicht in Schalkes Strategie. Sie hatten zuvor versucht, über schnelle Konter hinter die aufgerückten Leverkusener Außenverteidiger zu kommen. Dort postierten sich Michel Bastos und Julian Draxler. Der Clou: Beide spielten »invers«, was bedeutet, dass ihr starker Fuß nach innen zeigte – Bastos mit seinem starken linken auf rechts, Draxler kann ohnehin mit beiden Füßen schießen. So konnten beide den Ball an der Seitenlinie annehmen, diagonal Richtung Tor laufen und direkt zum Abschluss kommen. Das Schema ist spätestens seit Arjen Robben altbekannt. In diesem Spiel war es durch die hohe Rolle der gegnerischen Außenverteidiger effektiv – Draxler und Bastos hatten die meisten Schüsse aller Schalker (fünf bzw. vier).

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