Schalke-Hannover in der 11FREUNDE-Spielanalyse

Die Raul-Show

Raul und Jefferson Farfan machen Werbung in eigener Sache: Die beiden Stars mit den auslaufenden Verträgen brillieren beim 3:0 der Schalker über Hannover 96. Wir haben uns das Spiel ganz genau angeschaut: In der 11FREUNDE-Spielanalyse.

 

 

Es war das Duell der müden Beine: Nachdem beide Teams unter der Woche aus der Europa League ausschieden, war eine gewisse Müdigkeit zu erwarten – sowohl körperlich als auch geistig. Beide Trainer wiesen daher vor der Partie darauf hin, dass die Frische ihrer Mannschaften ein entscheidender Faktor werden könnte. Bereits nach wenigen Minuten war klar: In diesem Faktor waren die Königsblauen überlegen.

Von Beginn weg übten sie ein sehr variables Pressing aus. Viele Teams suchen vor dem Spiel eine bestimmte Zone, in der sie den Gegner attackieren. Die Schalker hingegen waren in diesem Belang ziemlich vielseitig: Mal rückten sie im Kollektiv weit nach vorne, um schon Torhüter Ron-Robert Zieler unter Druck zu setzen. In anderen Situationen ließen sie sich tief fallen, um die vertikalen Zuspielwege für die Hannoveraner zu schließen. Durchgehend schafften sie es so, die Anbindung zwischen dem Hannoveraner Mittelfeld und dem Sturm zu verhindern.

Hannover lief nur 108 Kilometer – ein schwacher Wert!

Dass Hannovers Angriffsbemühungen stets ins Leere liefen, hatte auch mit der schwachen Laufleistung der Norddeutschen zu tun. Mit einer Laufstrecke von 108 Kilometer wiesen sie einen der geringeren Werte der Saison auf. Seltener als sonst boten sich die Mittelfeldspieler an, auch Pinto war als Staubsauger nicht so präsent. 

Ihre Idee, mit einer ungleichmäßigen Formation die Angriffspower auf der rechten Seite zu bündeln, ging nicht auf. Hier blühte Rechtsverteidiger Escudero auf und war zweikampfstärkster Akteur der Partie (23 gewonnene Zweikämpfe) – es gab kein Vorbeikommen an ihm.

schalke

Auch bei den Schalkern war eine Ungleichmäßigkeit in ihren Angriffen erkennbar: Das Epizentrum ihrer Vorstöße war fast immer die rechte Seite. Atsuto Uchida schaltete sich ständig in die Angriffsbemühungen ein und hatte die zweitmeisten Ballkontakte aller Spieler (77). 

Zusammen mit Farfan und Raul schuf er auf seiner Seite Überzahlsituationen, mit denen speziell Pander ein ums andere Mal überfordert war. Der Ex-Schalker gewann nicht einmal 40% seiner Zweikämpfe und blieb gegen seinen direkten Gegenspieler Uchida blass. Es war gewiss kein Zufall, dass alle drei Treffer über eben jene Seite fielen. Farfan zeigte hierbei seine Qualitäten als Vorbereiter – an allen Treffern war er mehr oder weniger stark beteiligt.

Der Mann des Spiels war aber Raul – und das, obwohl er nicht einmal die Hälfte seiner Pässe zum Mann brachte. Doch sein Kampfgeist (er lief in seinen 70 Minuten bis zur Auswechslung neun Kilometer – ein Topwert) und sein Torriecher machten ihn einmal mehr zum Publikumshelden auf Schalke. Gerade sein zweiter Treffer war äußerst sehenswert. Für die Schalker Fans bleibt zu hoffen, dass sie ihren Liebling auch nach der Sommerpause noch bewundern dürfen - die Scheichs in Katar wedeln schon mit den Petro-Dollars.

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