Salzburgs Jonathan Soriano: Vom Kreißsaal zum Dreierpack

Vaters Tag

Als das Spiel gegen den Wolfsberger AC angepfiffen wurde, wartete RB Salzburgs Topstürmer Jonathan Soriano noch im Kreißsaal auf die Geburt seiner Tochter. In der zweiten Halbzeit schoss er dann drei Tore.

Vor einigen Monaten haben sie in Österreich außergewöhnlich laut über den Spanier Jonathan Soriano gelacht. Der Stürmer von Red Bull Salzburg hatte im wichtigen Spiel gegen Rapid Wien einen Elfmeter verschossen. Wobei das Verb »verschießen« die Situation nicht wirklich adäquat beschreibt. Soriano kickte den Ball nämlich absurde 15 Meter über das Tor, so dass im Internet Diskussionen darüber entbrannten, wie das physikalisch überhaupt möglich sei. Und natürlich waren die Spötter auch bei Youtube wieder schnell zur Stelle. Ein Nutzer schrieb unter einen Mitschnitt des Elfers: »Deswegen spielt er in Österreich und nicht in Spanien.« Ein anderer fragte: »Did he forget about gravity? Or did gravity forget about him?« Ein dritter unkte: »Gut getretener Abstoß!«



Soriano war im Januar 2012 von Barcelonas B-Elf mit der Vorzeigequote von 55 Toren in 79 Spielen nach Salzburg gekommen. Anfangs gelang ihm nicht viel, er traf in den ersten neun Spielen nur ein einziges mal. Dann ging es in die Sommerpause, dann trat er am vierten Spieltag zu jenem denkwürdigen Elfmeter an.

Seltsamerweise kam Soriano in der Folgezeit richtig in Fahrt. Bis zum Spiel gegen den Wolfsberger AC hatte er bereits 22 Mal getroffen. Nach dem Fehlschuss war er also das geworden, was der der Fußballjargon eine »Tormaschine« nennt. Er rangierte hinter Austria Wiens Philipp Hosiner auf Rang 2 der Torschützenliste.

Am Samstag sah es allerdings zunächst nicht so aus, dass er zum Einsatz kommen würde. Seine Frau erwartete ein Kind, und als das Spiel um 18:30 Uhr angepfiffen wurde, wartete der Fußballer im Kreißsaal. Um 18:36 Uhr brachte kam seine Tochter Abril zur Welt.

»Meine Frau hat sich etwas Zeit gelassen«
 
Laut »sport10.at« schickte er um 18:53 Uhr dem RB-Pressesprecher Christian Kircher eine SMS mit den Worten: »Die kleine Senorita ist da, wir sind auf dem Weg. Bitte gib Roger Bescheid.« Würde Roger Schmidt, Salzburgs Trainer, ihn tatsächlich noch aufs Feld schicken? Soriano musste schließlich noch durch die halbe Stadt fahren. Und er hatte sich nicht aufgewärmt.

Soriano erreichte das Stadion erst kurz vor dem Pausenpfiff. Später gab er zu: »Ich habe eigentlich nicht mehr mit meinem Einsatz gerechnet.«
 
Doch es kam anders. Roger Schmidt schickte ihn zum Warmmachen. Und dann traf Soriano dreimal in 37 Minuten. Am Ende gewann Salzburg mit 6:2 und Soriano war der gefragteste Mann auf dem Platz. Dabei wollte Soriano nur duschen und zurück ins Krankenhaus. Plötzlich berichtete sogar die große spanische Sportzeitnug »AS« wieder über den Mann, der jahrelang uninteressant war, schließlich spielte er mit Ende 20 immer noch in einer Reservemannschaft. 

Bei Youtube findet man noch keinen Zusammenschnitt seines Dreierpacks, dafür wird der Spanier Soriano nun in diversen österreichischen Internetforen abgefeiert. Ein User fordert: »Einbürgern! Sofort!«

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