Saisonvorschau 2014/15: FC Bayern

Die neue Opelgang

Der FC Bayern spielt nach gewonnenen Weltmeisterschaften meistens schlecht, Pep Guardiola hat Personalsorgen, die Mannschaft spielt im Dieter-Frey-Gedächtnis-Shirt. Müssen wir uns Sorgen machen?

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Das ist neu:
Fußballklubs besinnen sich gerne auf ihre Traditionen, natürlich auch in Sachen Trikots. Normalweise legen die Vereine solche Jerseys neu auf, in denen man wirklich Großes vollbracht hat. Der HSV orientierte sich in den vergangenen Jahren oft am klassischen 83er Trikot, der FC St. Pauli spielte 2012 mit dem Leibchen aus der Pokalsaison 2005, mit dem man nacheinander die Bundesligisten Bochum, Hertha BSC und Werder Bremen besiegte. Neu ist allerdings, dass ein Klub ein Trikot aus einer Zeit neu auflegt, die im Rückblick so sexy und glamourös erscheint wie ein zufällig herumliegender Holzstock im bayrischen Wald. So wie der FC Bayern 2014/15. Das aktuelle Jersey ist – kein Zweifel – eine Reminiszenz an die Saison 1995/96. Eine Spielzeit voller Qualen. Damals verirrten sich oft nicht mehr als 20.000 Zuschauer im Olympiastadion, die Mannschaft spielte gruseligen Fußball, verlor 1:4 gegen Karlsruhe und Frankfurt oder mühte sich zu Unentschieden gegen den FC St. Pauli und Hansa Rostock. Trainer war Otto Rehhagel. Am Ende wurde die Mannschaft Zweiter in der Liga und gewann mit dem Uefa-Cup eine Art Trostpreis, der heute vermutlich im Keller der Allianz-Arena direkt neben einem Stromkasten hängt. Wir finden das ja insgesamt ganz amüsant. Nicht zuletzt, weil wir nach Verfassen dieses Textes mal wieder den wirklich wichtigen Fragen des Fußballs nachgehen werden: Was macht eigentlich die alte Opelgang um Dieter Frey, Emil Kostadinov und Christian Nerlinger?
 
Ach, neu sind außerdem diese Spieler: Robert Lewandowski, Pepe Reina. Und Holger Badstuber. Irgendwie jedenfalls.    
 
Das fehlt:
Der hochrote Kopf zwischen Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner. Allerdings wird Uli Hoeneß' Fernbleiben vermutlich zu verschmerzen sein. Schlimmer dürften die Ausfälle von Bastian Schweinsteiger, Thiago und Javier Martinez wiegen. Beim ersten Spiel gegen Wolfsburg fehlen zudem Jerome Boateng, Rafinha und voraussichtlich auch Franck Ribery. Die große Chance für die Verwandtschaft? Lucas Scholl, Gianluca Gaudino und Tobias Schweinsteiger stehen bereit. Vor allem der Sohn von Maurizio Gaudino hat auf der USA-Reise einen bleibenden Eindruck hinterlassen. »Es ist schwierig, als junger Spieler noch besser zu spielen, als er es in den vergangenen Spielen getan hat«, schwärmte Pep Guardiola, der beim FC Barcelona ja auch mal einen trainierte, der bereits mit 17 ganz gut gewesen sein soll.

Das fehlt nicht:
Das Säbelrasseln. Wir stellen uns das ja so vor: Rummenigge und Sammer sitzen abends in ihren Ohrensesseln und schicken den Kollegen Watzke und Zorc lustige Whats-App-Nachrichten. Inhalte: Katzen und Hundewelpen. Weil die Dortmunder selten antworten, schlägt einer der bajuwarischen Großkopferten irgendwann vor: »Morgen mal wieder die Medien und das halbe Ruhrgebiet in Schnappatmung versetzen?« Und der andere schreit dann »Freilich!« oder schreibt »LOL!« Aktuell geht's also um Marco Reus. Die »Bild« weiß allerdings schon, wie der Junge zu halten ist, nämlich durch neue Millionen-Deals mit u.a. Puma. Der FC Bayern wird die Sache entspannt sehen. Noch ein Katzenvideo hier, ein Hundewelpe da. Und am Ende setzt man sich genüsslich in den Ohrensessel und sieht zu, wie die Ausrüster Puma und Adidas die Sache ausfechten, während Franz Beckenbauer aus seinem Privat-Helikopter das Ganze im kaiserlichen Ton kommentiert. Fußballfunktionär müsste man sein.

Was außerdem nicht fehlt, sind weitere Eventuell- und Soll-in-Verbindung-mit-den-Bayern-stehen-Spieler. Hier ein paar Namen zum Ausschneiden und in die Gerüchteküche hängen: Sami Khedira, Ander Iturraspe, Mehdi Benatia und Juan Cuadrado.

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