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Liebeskind

Ryan Giggs, der ewige Dribbler

He runs like the wind

Vereinstreue ist heute ein so verstaubter Begriff, dass selbst Uns Uwe nur peinlich berührt an der Brille nestelt. Mit einer Ausnahme: Ryan Giggs. Jetzt hat er sein 606. Ligaspiel für Manchester United gemacht. Eine Hommage. Ryan Giggs, der ewige Dribblerimago

Der walische Ex-Nationalspieler spielt gefühlt bereits vor dem 1. Weltkrieg in der nordenglischen Metropole, die Realität ist von dieser Zeitspanne gar nicht so weit entfernt. Im zarten Alter von 14 Jahren kam der heutige Veteran von Stadtrivale City zu United, als »ein kleiner Schuljunge«, wie sein Ziehvater und Coach Alex Ferguson den spindeldürren Giggs im Nachhinein betitelte.

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Auch ManU-Legende Gary Pallister spart nicht mit typisch englischen Vergleichen: »Ich sagte zu Paul Ince: ›Komm, wir schauen uns den Jungen mal an!‹ Und dann läuft da plötzlich dieser dünne kleine Pfeifenreiniger auf der linken Seite Amok. Man konnte sofort sehen, dass dieser Typ mit einem besonderen Talent gesegnet war.«

Fußball in der Telefonzelle


Giggs reihte sich im Teenager-Alter in die große ManUnited-Riege ein und ist bis heute von seiner angestammten linken Seite nicht zu verdrängen. Bombastische 726 Partien hat der Sohn eines simbabwischen Vaters und einer walisischen Mutter bis heute für Manchester absolviert, eine Zahl, die selbst Evergreen Oliver Kahn erbleichen lassen würde. Giggs hat mit seiner Spielkultur den rustikalen Mantel der höchsten englischen Spielklasse durchbrochen. Während in den frühen 90ern noch kantige Abwehrhünen die britischen Felder umpflügten, jagte der Linksfuß durch die gegnerischen Reihen wie einst der große George Best (Gott hab ihn selig). ManUs Trainer-Assistent Carlos Queiroz bedient sich bei der Lobhuldigung des offenbar auch in England beliebten Telefonhäuschen-Vergleich: »Ryan ist einer dieser seltenen Spieler, die Fußball in einer Telefonzelle spielen können und immer den Ausgang finden würden, ganz egal wie viele Gegenspieler du ihm in die Zelle drängst.« Für den Bierdeckel dürfte das Zitat wohl problemlos übernommen werden. Sein ehemaliger Mitspieler Paul Ince schließt sich etwas wortkarger an: »Er ist ein Genie.«

Giggs ist ein nicht weg zu denkender Baustein in einer der besten Fußball-Ligen der Welt. Und immer dann, wenn seine Fans dachten, das Feuer im linken Fuß sei bereits erloschen, spielte der 33-jährige erneut eine fabelhafte Saison. Seine Werte in punkto Einsatzbereitschaft, Laufvermögen und Spielintelligenz sind für Manchester United nicht hoch genug einzuschätzen. Und was die wortreichen Briten am meisten erfreuen wird: Giggs gilt als ein offener Typ mit typisch britischen Humor. Nachdem auch er irgendwann seine Karriere beendet haben wird (erste Schätzung: 2013), gibt es viele Geschichten zu erzählen, schließlich hat der wieselflinke Außenspieler schon die kantigen Metzgerschädel von Eric Cantona bis Wayne Rooney mit feinen Pässen bedient. Irgendwann kann sich Giggs vor einen Kamin schlagen und mit seinen wissbegierigen Zuhörern über die Werte von Vereinstreue diskutieren. Ohne Staub dabei aufzuwirbeln, versteht sich.

Abschließend sei hier Giggs ehemaliger Mitspieler und heutige Trainer von Birmingham City zitiert, die Übersetzung haben wir an dieser Stelle aus ästhetischen Gründen einfach mal beiseite geschubst: »When Ryan ran, he ran like the wind. You couldn't hear him, he was that light on his feet.«

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