Rumänische Fußballer singen für die eigenen Fans

Echte Liebe

Die Spieler des rumänischen Zweitligisten UTA Arad wollten sich bei ihren Fans für eine ganz besondere Form der Unterstützung bedanken – und stiegen dafür in die Kurve.

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Fußballspieler scheinen in der Regel recht begrenzte Möglichkeiten zu haben, wenn es darum geht, ihren Fans Dank, Respekt oder Zuneigung zu zeigen. Sie küssen das Vereinswappen auf ihrem Trikot, oder schlagen voller Inbrunst darauf ein. Sie schicken Liebesschwüre via Zeichensprache ins Publikum. Sie tragen ein T-Shirt mit Widmung unter ihrem Leibchen. Sie sprechen in Interviews von »den besten Fans der Welt« oder betonen immer wieder, dass man »mit diesen Zuschauern im Rücken« niemals alleine sei.

Die Spieler des rumänischen Zweitligisten UTA Arad haben am vergangenen Wochenende deutlich mehr Kreativität bewiesen. Nach der Partie gegen den FC Bihor Oradea stellte sich die Mannschaft in die Fankurve und besang den eigenen Anhang. Voller Inbrunst und erstaunlich textsicher. Junge Männer in roten Trikots, Hosen und Stutzen, die Hände zum Rhythmus klatschend. Fußballer, die ihren Fans zurufen: »Wir sind stolz auf euch!«



Es ist die Fußball-Lovestory des Jahres. So kitschig, so rührend, so schön, dass auf Videos, die den Rollentausch zeigen, mehrere gestandene Männer mit verheulten Augen zu sehen sind. Die Anhänger von UTA und die Fußballer verbindet eine besondere Geschichte. Eine Geschichte, die durch geküsste Wappen oder Liebesbeweise in Form von zu Herzen gekrümmten Fingern nicht ausreichend gewürdigt worden wäre.

Der Ursprung allen Übels liegt in der Saison 2007/08, als der sechsfache rumänische Meister nach nur einem Jahr in der höchsten Spielklasse erneut wieder abstieg und fortan in der Zweitklassigkeit dümpelte. Fernab von den großen Geld-Fleischtöpfen bekam der Klub schnell finanzielle Probleme und entschied sich 2010, eine neue Aktiengesellschaft zu gründen, was einer Vereinsneugründung gleichkam. Und jetzt wird es kompliziert: Um die finanzielle Forderungen der Gläubiger nichtig zu machen, bot UTA dem Mäzen von Ligakonkurrent Fortuna Covaci, Florin Macovei, 20 Prozent der eigenen Aktienanteile für den Startplatz seines Vereins an. Macovei nahm das Angebot an. Fortuna Covaci landete am Ende der Zweitligasaison 2009/10 auf einem Abstiegsplatz, UTA wurde Vierter. Weil aber UTA inzwischen formell Fortuna Covaci war, blieb der Klub in der zweiten Liga – unter dem alten Namen UTA Arad. Im rumänischen Fußball sind erkaufte Startlizenzen für die jeweiligen Ligen nicht unüblich, wenn auch illegal. Der nationale Fußballverband verfügte Anfang 2011, dass UTA frühestens 2013 in die erste Liga aufsteigen dürfe und verdonnerte den Klub zu einer Strafzahlung von 20.000 Schweizer Franken wegen unbeglichener Schulden in Höhe von 230.000 Euro.

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