Ruhrpottpott

Schalke und Duisburg im DFB-Pokalfinale

Nach dem MSV Duisburg zog am Mittwochabend auch der FC Schalke ins DFB-Pokal-Endspiel ein. Die Königsblauen gewannen so überraschend wie verdient mit 1:0 beim FC Bayern. Für Van Gaal werden die Tage nun ungemütlich. Ruhrpottpott

Die rote Bayern-Fahne hängt auf halbmast, fünf Tage nach Schwarzgelb leuchtete auch Königsblau die Münchener Arena aus. Der Deutsche Meister 2011 wird mit höchster Wahrscheinlichkeit aus dem Ruhrgebiet kommen, der Pokalsieger garantiert: Nach dem MSV Duisburg zog am Mittwochabend auch der FC Schalke 04 ins Endspiel am 21. Mai in Berlin ein. Die Königsblauen gewannen so überraschend wie verdient mit 1:0 beim FC Bayern München.

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Besondere Anlässe erfordern besondere Maßnahmen. Schalkes Trainer Felix Magath hatte für das K.o.-Spiel in München sogar sein vertrautes System geändert. Um die Bayern-Außen Arjen Robben und Franck Ribery besser attackieren zu können, verstärkte er das defensive Mittelfeld durch einen dritten Spieler, durch Joel Matip. Hinten links verteidigte der 34-jährige Hans Sarpei, den Magath schon aussortiert und zum Training der zweiten Mannschaft geschickt hatte. Und weil Mittelstürmer Klaas-Jan Huntelaar wegen einer im  Abschlusstraining erlittenen Knieverletzung fehlte, ging Raúl ganz nach vorn in die Spitze.

Bayern in der Schockstarre

Der seit Wochen überragende Spanier könnte momentan auch eine Wand schwarz anstreichen, sie würde umgehend golden schimmern. Nach einer Viertelstunde verlängerte Benedikt Höwedes eine Ecke von Jefferson Farfan per Kopf, und Raúl köpfte entschlossen ein. 1:0 für Schalke 04, Bayern in der Schockstarre.

Die Verkrampfung des hohen Favoriten war deutlich erkennbar. Ganz offensichtlich hatte die Demütigung durch Borussia Dortmunds 3:1 mehr Spuren hinterlassen, als sich die Münchener eingestehen wollten.  Bastian Schweinsteiger, in der Hinrunde noch strategischer Kopf des Teams, lief wie schon gegen den BVB neben seinen Stollenschuhen her. Und der Giganten-Angriff zeichnete sich gegen die taktisch disziplinierten und kampfstarken Schalker weder durch Ideen noch durch Durchschlagskraft aus.

Auf der anderen Seite schloss Jefferson Farfan einen Klasse-Konter unpräzise ab, und zehn Minuten vor der Pause hatte Bayern-Torwart Thomas Glück, als Thomas Müller bei einem Kopfball von Benedikt Höwedes auf der Linie klärte. Hätte Schalke 2:0 geführt, es wäre hochverdient gewesen.

Schalker gewannen die Zweikämpfe

Torhüter Manuel Neuer, der von den Bayern-Anhängern  bei jeder Ballberührung ausgepfiffen wurde, musste erst zu Beginn der zweiten Hälfte erstmals kräftig zupacken. Er behielt die Nerven, strahlte die gewohnte Sicherheit aus. Die Schalker konzentrierten sich fast nur noch aufs Verteidigen, fanden kaum noch Gelegenheiten zur Entlastung. Da sie aber die Räume zustellten, Zweikämpfe gewannen und sich gegenseitig halfen, blieben die übernervösen Bayern planlos. Ihr Anrennen hatte panische Züge.

Zwei Heimniederlagen in einer Woche – für Trainer Louis van Gaal werden die Tage in München nun höchst ungemütlich. Felix Magath hingegen, der ebenfalls schwer unter Druck geraten war, wird es lächelnd verkraften können, falls er mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert werden sollte. Schließlich hatte es  ihm BVB-Trainer Jürgen Klopp bereits vorgemacht, wie man die Bayern in deren Stadion zur Verzweiflung treibt.

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