Rückzug der Aachen Ultras

Gejagt und geächtet

Nach mehrmaligen Attacken auf ihre Mitglieder stellen die »Aachen Ultras« ihre Gruppenaktivitäten ein. Es ist der Tiefpunkt im Konflikt zwischen der antifaschistischen Gruppe und der »Karlsbande«, in deren Kreisen sich Neonazis tummeln. Ein Mitglied der »Aachen Ultras« erklärt den Rückzug und bemängelt die fehlende Unterstützung des Vereins.

Zum Abschied hatten sie noch einige Botschaften. Auf mehreren Transparenten drückten die »Aachen Ultras« während des Pokalspiels der Alemannia bei Viktoria Köln ihren Unmut aus. »Alemannia-Fans gegen Alemannia-Fans«, stand dort zu lesen. Und ein Zitat: »Die Jagdsaison ist eröffnet – KBU-Forum.« KBU steht für Karlsbande Ultras. Während sich die »Aachen Ultras« gegen Diskriminierung und Rechtsradikalismus aussprechen, tummeln sich im Kreis der »Karlsbande« Neonazis.

Der Konflikt zwischen den beiden Fangruppen schwelt seit mehr als zwei Jahren, in der jüngeren Vergangenheit war es immer wieder zu gewaltsamen Attacken auf die »Aachen Ultras« gekommen. Nach Einschätzung von Unbeteiligten und der Polizei gingen diese Attacken von Mitgliedern der »Karlsbande« aus.

»Nie alleine aus dem Haus«

Negativer Höhepunkt war ein Angriff nach dem Spiel der Aachener in Saarbrücken im vergangenen August (einen ausführlichen Bericht dazu gibt es hier), in dessen Folge der Verein die »Karlsbande« mit einem Fahnenverbot belegte. Doch trotz der Ankündigung des Vereins zeigte sich die Gruppe wenig später im Stadion wieder offen, ihre Zeichen waren auf Bannern und Kleidung zu sehen.

Im November überfielen 50 von der Polizei überwiegend der »Karlsbande« zugeordnete Personen einen PKW von »Aachen Ultras« auf einer Raststätte in Pforzheim. Im Dezember dann entschieden sich die »Aachen Ultras«, aufgrund der abermaligen Angriffe und der mangelnden Unterstützung durch den Verein die Gruppenaktivität einzustellen.

Ein langjähriges Mitglied der »Aachen Ultras«, das anonym bleiben will, erklärt den Schritt gegenüber 11FREUNDE so: »Wir haben sehr viel Solidarität von außerhalb erfahren, aber in Aachen waren wir die Gejagten und Geächteten.« Dabei hätten die Übergriffe nicht nur an den Spieltagen stattgefunden, die Mitglieder fürchteten auch unter der Woche um ihre Sicherheit. »Selbst bei privaten Treffen in der Stadt wurden wir angegriffen. Das führte dazu, dass man nie alleine das Haus verlassen konnte.«

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