Rückrundenvorschau 2015/16 (2/3)

Die Grauen Mäuse der Bundesliga

Geht die Augsburger Erfolgsserie weiter? Wie feiert der HSV seine liebgewonnene Graumäusigkeit? Und was denkt der Lord? Teil 2 unserer Rückrundenvorschau.

imago

VfL Wolfsburg
Bundesliga: Platz 7
DFB-Pokal: ausgeschieden (2. Runde)
 
Transfers:
Es kamen: –
Es gingen: Timm Klose (Norwich City)
 
Das ist außerdem neu:
Der Lord spielt. Zumindest vielleicht. Trainer Dieter Hecking sagte unlängst, dass die Verletzung von Bas Dost eine »Chance für Bendtner« sein kann, er müsse sie nur nutzen. Der Däne reagierte recht nebulös. Am Wochenende postete er bei Instagram ein Selfie, unter das er schrieb: »Wir haben nur ein Leben, so lasst euch nicht von irgendwem erzählen, wie du dein Leben zu leben hast und wie du deine Tage verbringen sollst.« Als Hastag verwendete er: #livelikealegend. Die »Bild« fragte sogar nach, wen er mit dem Post meinte, der Lord antwortete aber nur: »Niemanden im Speziellen. Ich drücke damit aus, was ich schon immer fühle.« Der Post wurde 11.700 Mal geliket und von über 2400 Unsern kommentiert – Dieter Hecking war nicht dabei.

11FREUNDE-Prognose:
Der VfL Wolfsburg hat die viertteuerste Mannschaft der Liga, ist amtierender Pokalsieger und steht in der Champions League im Achtelfinale. In der Liga entpuppten sich die Wölfe in der Hinrunde indes als große Wundertüte. Am 13. Spieltag verprügelte der VfL den SV Werder mit 6:0 und stand auf Platz drei. Danach gewann er jedoch kein einziges Spiel mehr, am Ende setzte es sogar eine 1:3-Niederlage beim VfB Stuttgart, wo in der Hinrunde sogar eine Blockflöten-AG mehr als zwei Tore gemacht hätte. Wie geht’s also weiter? Wir wissen es auch nicht – und überbrücken die peinliche Ahnungslosigkeit mit einem Blick auf den Instagram-Account des Lords, das VfL-Orakel des kleinen Mannes, äh, Motorrads:
 

 

FSV Mainz 05

Bundesliga: Platz 8
DFB-Pokal: ausgeschieden (2. Runde)
 
Transfers:
Es kamen: Karim Onisiwo (SV Mattersburg)
Es gingen: Gonzalo Jara (Universidad de Chile)
 
Das ist außerdem neu:
Trainingslager im Schnee. Anfang Januar gingen die Mainzer Spieler auf Camping-Tour. Blöd nur, dass Trainer Martin Schmidt dafür weder die Azoren noch die Karibik auserkoren hatte, sondern die Walliser Alpen. Teambonding nennt der Fachmann das. Impulstage nannte man das in Mainz. Der 05-Tross wanderte bei tiefsten Minusgraden mit speziellen Schneeschuhen auf 2700 Meter Höhe. »Ich wollte im Team etwas auslösen«, erklärte Trainer Martin Schmidt danach. Und gab zu: »Nach 100 Metern war ich völlig platt.« Aber Kopf hoch: Das würde uns ähnlich gehen. Wir sind für gewöhnlich schon platt, wenn in der Redaktion der Fahrstuhl ausfällt und wir die Treppe ins Büro (erster Stock) nehmen müssen.

11FREUNDE-Prognose:
Ein Hauch von Champions League in Mainz. Der Transfer von Karim Onisiwo sorgte aus mehrerlei Gründen für Wirbel. Zum einen musste sich der österreichische Stürmer den Wechsel nach Mainz gerichtlich erstreiten. Er hatte darum gekämpft, dass eine automatische Verlängerung eines auslaufenden Vertrags durch seinen Klub SV Mattersburg rechtswidrig gewesen sei. Zum anderen ist Karim Onisiwo mindestens so gut wie David Alaba. Diesen Eindruck bekommt man zumindest, wenn man sich Berichte über ihn durchliest. Warum das so ist? Die Väter kennen sich beide noch aus Lagos/Nigeria, wo sie im selben Viertel aufwuchsen. Die Jungen spielten seit Jugendtagen immer wieder Seite an Seite, nachmittags in den Bolzkäfigen Wiens und in der Jugendmannschaft von Austria. Wenn Karim Onisiwo demnächst noch mit Mitchell Weiser im Stringtanga posiert, wird's ganz sicher was mit Europa.

>> Hier geht es zu Teil 1 unserer Rückrundenvorschau
 
1. FC Köln
Bundesliga: Platz 9
DFB-Pokal: ausgeschieden (2. Runde)
 
Transfers:
Zugänge: Filip Mladenovic (BATE Borisov)
Abgänge: Bard Finne (1. FC Heidenheim), Kazuki Nagasawa (Urawa Reds)
 
Das ist außerdem neu:
Ruhe und Geduld. Zumindest, wenn man die Kölner Kollegen ignoriert, die für Ende 2016 pro forma schon mal Flugtickets nach Barcelona oder Manchester gebucht haben. Oder wenn man über die »Eierkopp«-Affäre von Sportchef Jörg Schmadtke hinwegsieht und die jüngsten Äußerungen Lukas Podolskis ausklammert. Der träumt nämlich davon, so gab er diese Woche zu Protokoll, mal ein Europacup-Spiel für seinen FC zu absolvieren. Aber diese kleinen Aufreger sind nichts gegen die Vergangenheit, in der man noch dachte, der 1. FC Köln sei so gut, dass er sogar Weltmeister werden müsste. Dieser Tage hat man in Köln sogar die Selbstironie entdeckt. Kann man nur gutheißen:



11FREUNDE-Prognose:
Das große Problem in diesen Zeit der Harmonie: Von den ersten sieben Gegnern sind vier – Stuttgart, Frankfurt, Ingolstadt, Hamburg – nicht gerade unter der Kategorie »Harter Brocken« einzuordnen. Zudem beträgt Kölns Abstand zu den Europa-League-Plätzen nur drei Punkte. Wenn es also richtig blöd läuft, dann steht der FC am 24. Spieltag auf Platz 5. Wird Jörg Schmadtke dann immer noch alle Europa-Träume durch den Papierwolf ziehen? Und wird das Team dann an den Erwartungshaltungen zerbrechen? Auch die Kölner Kollegen machen sich bei dieser Vorstellung ein bisschen Sorgen. Der erste hat gerade die Reise nach Barcelona storniert. Und dafür ein neues Ticket gebucht: nach Braga und Tirana.


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