Ronaldo will studieren

Im Pool des Dekans

Ronaldo, brasilianischer Weltfußballer und Spaßkönig, möchte nun in London studieren. Und wer ihn zuletzt in der Abnehm-Show gesehen hat, weiß: Er meint es ernst. Hier ist der Ronaldo-Studienführer.

Dieser Mann ist die Wandlungsfähigkeit in Person. Ronaldo, eben noch als 118-Kilo-Brocken und potenzielles Testimonial für Umstandsmoden in aller Munde, macht sich nun als Fliegengewicht auf zu neuen Ufern. Der ehemalige Weltfußballer will nach seinem Erfolg in einer Abhnehm-Doku-Soap nach London fliegen, um dort Werbung zu studieren. Und schon jetzt kann man davon ausgehen, dass der Joschka Fischer des Fußballs wohl kein gewöhnlicher Student werden wird.

Gangster, Maskottchen, Beckenbauer

Zuletzt changierte Ronaldos Zeitvertreib zwischen Nebenrollen als Gangster in dem Blockbuster »Open Road«, Maskottchen-Liebkosungen und unehelicher Promiskuität. Nicht nur deswegen wurde er postwendend mit dem nur auf Weihnachtsfeiern üblichen Kommentar bedacht (»Er macht den Beckenbauer«), sondern auch weil er zum Organisations-Chef der kommenden Weltmeisterschaft gekürt wurde.

Sein Spitzname »Il Fenomeno« stammt Gerüchten zufolge eher von seinen fußballerischen Fähigkeiten und weniger von der Beschaffenheit seiner Zähne, die es ihm erlaubt, Zigaretten ohne Zuhilfenahme seiner Hände komplett aufrauchen zu können.

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Sollte Ronaldo also tatsächlich, wie gemeldet, eine Londoner Universiät besuchen, darf man sich in der Metropole an der Themse auf eine Verwirklichung des College-Klamaukfilms »Party animals« freuen. Wenn ein Abgesandter des brasilianischen Verband mal höflich auf einer ausufernden Studenten-Party nachfragt, wo er Ronaldo finde, wird ihm ein ekstatischer Jüngling mit aufgerissenen Augen berichten: »Im Guiness-Buch der übelsten Rekorde, Mann, unter ›verdammt coolster Typ unter der Sonne‹.«

Das alles, während Ronaldo vollgepumpter als das Tour-de-France-Peloton Arschbomben in den mit Schampus und Rum gefüllten Pool des Dekans vollführt, um dann darin mit Pädagogik-Erstsemester-Studentinnen nach den auf Grund gesunkenen Ersatzteilen für die Bier-Bong zu tauchen.

Doch halt, stopp. Das natürlich nur im ersten Semester. Im zweiten Semester wird Ronaldo den Asta aufräumen, Marx lesen, stricken, ein hemmungsloses Leben in der Kommune 27 führen, filterlose Kippen rauchen, ab und an mal Habermas angreifen und bei einem weiteren Besuch des Abgesandten vom brasilianischen Fußballverbandes lapidar anmerken, dass eine revolutionäre Dialektik der richtigen Übergänge den langen Marsch durch die Institutionen als eine praktisch-kritische Tätigkeit in allen gesellschaftlichen Bereichen begreifen müsse

Oder vielleicht kommt alles ganz anders, und eine folgenschwere Begegnung wird Ronaldo die Idee des Studiums austreiben. Irgendwo im Fachbereich Sinologie oder Vergleichende Ethik wird er auf einen blassen Mann mit Brille und markantem Kinn treffen. Diese Begegnung wird die über die Jahre längst vergessenen Dämonen wiederbeleben, in Ronaldos Ohren wird wieder jener langgezogener Ruf aus dem Jahr 1998 klingen. Laut und eindringlich. »Yyyyyyyyyyvees!«



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