15.11.2013

Roman Weidenfeller und der DFB

Die unendliche Geschichte

Über acht Jahre forderten Trainer, Mitspieler, Fans oder Journalisten Roman Weidenfellers Berufung in die Nationalmannschaft. Nun ist es endlich soweit. Die Chronik einer Nominierung.

Text:
Ilja Behnisch
Bild:
imago

Die unendliche Geschichte um Roman Weidenfeller und der Nationalmannschaft beginnt im Frühling 2005. Weidenfeller hat sich gerade bei Borussia Dortmund zum Stammtorhüter gemausert und hofft, auf den Zug für Heim-WM 2006 aufspringen zu können. Dass Joachim Löw, damals noch Assistent des Bundestrainers Jürgen Klinsmann, den Dortmunder Schlußmann im Interview »Weidenfelder« nannte? Kein Problem. Im Interview mit der Welt verkündet Dortmunds Nummer Eins: »Nach der WM wird es auf der Torwartposition einen großen Einschnitt geben - und das spricht für mich.«

Konkurrent Stefan Wessels

Das nächste Kapitel erzählt vom »Team 2006«, diesem Hoffnungs-Sumpf eines Perspektivteams. Denn auch für diese Auswahlmannschaft wird Weidenfeller nicht nominiert. Vor einem Spiel gegen die A2-Nationalmannschaft der Türkei lässt er im September 2005 seinem Frust freien Lauf: »Ich bin sehr überrascht, dass ich nicht mal zum Kader gehöre.« Trainer Erich Rutemöller allerdings verteidigt seine Wahl, die auf Simon Jentzsch und Stefan Wessels fällt: »Wessels hat in den ersten drei Bundesliga-Spielen gut gehalten.« Zu diesem Zeitpunkt erfährt Weidenfeller erstmals auch deutlich vernehmbare Rückendeckung aus seinem Verein. Sportdirektor Michael Zorc etwa meinte: »Es gibt keinen Torwart, der sich so positiv entwickelt hat wie Weidenfeller. Ich sehe ihn spätestens 2008 als Nummer eins der Nationalelf.« Stefan Wessels spielt 2008 beim VfL Osnabrück.

Doch die öffentliche Kritik der Dortmunder scheint Früchte zu tragen. Im September 2006 - inzwischen war Löw vom Assistenten zum »Bundes-Jogi« aufgestiegen - bestätigt dieser, dass Weidenfeller vor den anstehenden Kracher-Spielen gegen Georgien und die Slowakei »aller Wahrscheinlichkeit nach« im Kader der Nationalmannschaft stehen werde. Natürlich müsse man sich vor der Nominierung nochmals mit Torwarttrainer Andreas Köpke beraten, denn der »beobachtet und analysiert die Torhüter permanent«. Mit der Wahrscheinlichkeit ist das bekanntlich so eine Sache. Und so wartet Weidenfeller auch im Herbst 2006 vergeblich auf seine Nominierung.

In den nächsten Jahren wird es in Sachen Weidenfeller/Nationalmannschaft wieder etwas ruhiger. Robert Enke hat sich zunächst hinter Jens Lehmann etabliert, ehe dieser seinen Rücktritt verkündet. Tim Wiese wird ebenfalls regelmäßig berufen. Bald folgten die Jahrhundertbegabungen Manuel Neuer und René Adler und treten ins Rampenlicht, um alsbald den Kampf um die Nummer eins aufzunehmen.

 
 
 
 
 
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