24.10.2006

Robert Huth und die Karriere

„Ich war jung...“

Mit 16 Jahren ins Ausland zu gehen, dazu gehört schon was. Es verläuft aber nicht immer unbedingt so, wie man sich den Aufenthalt in der „großen, weiten Welt“ eigentlich vorstellt...

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Robert Huth ist bereits seit sechs Jahren in London, womit er seinem neuen Nachbarn Michael Ballack doch schon weit voraus ist. Im zarten Alter von 16 Jahren nämlich entschied sich der kleine Robert, aus dem heimischen Berlin in die ferne englische Hauptstadt zum FC Chelsea zu wechseln – im festen (und verständlichen) Glauben, seiner Karriere damit den entscheidenden Schub zu geben.
Jedoch, es wollte nicht so ganz klappen im Verein. Unter dem 2003 dazugestoßenen Erfolgstrainer Jose Mourinho fristete „The Berlin Wall“ ein tristes Dasein als Edelreservist, dem zum Verhängnis wurde, dass die beiden angestammten Manndecker John Terry und Ricardo Carvalho langlebiger als der Duracell-Hase sind. Spielpraxis konnte „Huuuuuuth“ so jedenfalls nicht wirklich sammeln. Trotzdem wurde der knorrige Abwehr-Recke unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann zum Nationalspieler (was nicht immer großen Anklang fand) und WM-Teilnehmer 2006.
Der Berliner befand sich also in einem Wechselbad der Gefühle: einerseits Nationalspieler und Hoffnungsträger in der Abwehr, andererseits ein Leben als Bankdrücker in London. Wechselgerüchte gab es immer wieder, waren aber ergebnisloser als ein Diätplan von Reiner Calmund.
Im Sommer nun zog Huth aber konsequenterweise einen Schlussstrich unter das Kapitel „Chelsea“ und wechselte zum Nachbarklub FC Middlesborough.
Und sieht sich nun befähigt, objektiv zurückzublicken auf seine Zeit bei den „Blues“:
„Ich hätte ein Jahr früher wechseln sollen“ bekannte der 22-Jährige. „Ich war jung und naiv. Ich dachte, ich könnte es bei Chelsea schaffen“ fügte Huth selbstkritisch hinzu, bemerkte aber ebenfalls, mit dem jetzigen Wechsel alles richtig gemacht zu haben. „Es war die richtige Entscheidung, zu ’Boro’ zu gehen. Ich liebe es, dort zu sein“ schuf er Treueschwüre an den neuen Klub.
Jetzt fehlt nur noch der Erfolg...


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