René Higuita wird 50

Na Loco!

Ihr findet Manuel Neuer schon ziemlich durchgeknallt? Dann dürfen wir euch mit diesem Herren bekannt machen: René Higuita, genannt: »El Loco«, der Verrückte. Nun, das hat Gründe.

Exzentrisch, provokativ, genial oder schlicht verrückt. Ohne Zweifel gehört der kolumbianische Torhüter René Higuita zu jenen faszinierenden und unberechenbaren Spielerpersönlichkeiten, die selbst einem bedeutungslosen Spiel etwas Besonderes zu verleihen wissen. Wie etwa am 7. September 1995. Gerade einmal 22.000 Zuschauer finden Interesse am Freundschaftsspiel zwischen England und Kolumbien im Londoner Wembley-Stadion. Dort läuft die 22. Spielminute, als Jamie Redknapp aus der Distanz abzieht.

Dieses eine wahnwitzige Manöver

Eigentlich ein einfacher, dankbarer Ball für jeden Torwart, nicht aber für Rene Higuita. Der lässt das Leder über sich hinwegsegeln, um es dann umso spektakulärer per Hechtsprung mit den Hacken ins Feld zurück zu kicken. Dieses wahnwitzige, als »Skorpion« bekannte Manöver kürten User der englischen Webseite footy-boots.com 2008 zum schönsten Fußballtrick aller Zeiten. Ähnliches hatte Higuita zuvor bei einem Werbespot für ein Brausepulver gezeigt – doch den Skorpion in einem Spiel anzuwenden, war selbst für ihn bis dahin zu riskant gewesen.



Dabei war Higuita zu diesem Zeitpunkt längst bekannt für sein risikofreudiges, ja waghalsiges Spiel. Mit weiten Ausflügen außerhalb des Strafraums brachte er nicht nur eine Vielzahl seiner Trainer an den Rand des Herzinfarktes, sondern 1990 auch eine ganze Nation. Bei der WM in Italien vertändelte der Lockenkopf nach einem weiten Ausflug ins Mittelfeld den Ball an den Kameruner Roger Milla, der anschließend wenig Mühe hatte, den Ball ins leere Tor einzuschieben. Damit waren die WM-Träume Kolumbiens bereits im Achtelfinale begraben. In seinem Heimatland nennen sie Higuita wegen solcher Szenen auch »El Loco«, der Verrückte.

Als Kind musste er als Zeitungsverkäufer arbeiten

Dabei hätte auch alles anders kommen können. José René Higuita Zapata kam am 28. August 1966 in Castilla, einem Armenviertel Medellins zur Welt. Die Mutter starb wenige Jahre nach seiner Geburt, so dass Higuita bei seiner Großmutter Ana Felisa aufwuchs. Aufgrund der wirtschaftlichen Not der Familie musste Higuita bereits im Kindesalter als Zeitungsverkäufer arbeiten. In der Schule fiel er vor allem in der Fußballmannschaft auf - wegen seiner langen, lockigen Haarpracht, die er sich weigerte abzuschneiden. Und als bester Torjäger. Doch ausgerechnet an dem Tag, als die Scouts von Independiente Medellin die Schule besuchten, verletzte sich der Torhüter des Teams und Higuita wurde zwischen die Pfosten gestellt - es sollte fortan sein Platz bleiben.

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