06.03.2013

Reaktionen auf die Rote Karte gegen Nani

»Ist das sein Ernst?«

Die Rote Karte gegen Manchester-Mittelfeldmann Nani sorgte beim Achtelfinalrückspiel gegen Real Madrid für die Vorentscheidung. Sofort brach ein Sturm der Entrüstung los. Wir sammeln ein paar Reaktionen aus der Fußballwelt.

Text:
Benjamin Kuhlhoff
Bild:
Imago

Fußball ist ein Spiel, bei dem 22 Menschen 90 Minuten lang einem Ball hinterherlaufen – und manchmal entscheidet ein einziger Moment das gesamte Spiel. Einen solchen Moment erlebte das Old Trafford gestern Abend beim Champions-League-Achtelfinale zwischen Manchester United und Real Madrid.

Manchester, Sir Matt Busby Way, 20:59 Uhr Ortszeit. Er ist der 135. Geburtstag von Manchester United, das 1000. Pflichtspiel von Ryan Giggs, das ganz große Fußballtheater. United-Verteidiger Patrice Evra schlägt eine langen Ball auf die linke Außenbahn. Der Portugiese Nani, der in der Minute zuvor die 1:0-Führung für United quasi erzwungen hatte, schaut auf den langen Flugball, streckt sein linkes Bein in die Luft, schwebt, hoch, höher. Dann kracht es!



Denn von hinten kommt Real-Verteidiger Alvaro Arbeola angerauscht, den Nani mit gestrecktem Bein an der Brust trifft. Nigel de Jong, WM-Finale 2010, denken die einen. Unglücklich, Mund abputzen, die anderen. Schiedsrichter Cuneyt Cakir hat ebenfalls eine Meinung: Er zeigt Nani die Rote Karte. Der Rest ist schnell erzählt: Innerhalb von zwölf Minuten kassiert United erst den Ausgleich, dann auch noch das 1:2 von Cristiano Ronaldo und fliegt aus der Champions League. Doch das Spiel ist nach 90 Minuten noch lange nicht vorbe, denn in den Fernsehstudios und auf den Twitterkanälen wird nicht über den Aufschwung Reals, die Wundertricks von Mesut Özil oder den verhaltenen Jubel von Heimkehrer Cristiano Ronaldo gesprochen – alle reden über Nani.

Einer findet sogar das Twitter-Profil von Schiedsrichter Cuneyt Cakir. Er folgt: Sergio Ramos, Cristiano Ronaldo und der spanischen Tourismusbehörde! Grund genug, um über Nacht wirre Verschwörungstheorien zu verbreiten. Ein Komplott gegen Fußball-England wird gewittert. Vielleicht ein Ausdruck der massiven Identitätskrise, die der Inselfußball gerade durchläuft. Vielleicht auch ein Ausdruck des Wahnsinns, der den Fußball in diesen Zeiten immer häufiger umgibt. Denn jene Verschwörungstheoretiker ignorieren auch, dass Cuneyt Cakir ebenfalls etwa United-Stürmer Wanye Rooney folgt. Und was sie erst Recht ignorieren: Das Twitter-Profil ist klar und deutlich als Fake gekennzeichnet!


 
 
 
 
 
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