Perlen der europäischen Quali-Spiele

Zwischen Düdelingen und Baryssau

Während Deutschland nach dem WM-Triumph noch ausnüchtert, geht es in dieser Woche für 104 Klubs um die Plätze für die nächste Quali-Runde: Wir stellen die Leckerbissen auf dem Weg in die europäischen Wettbewerbe vor.

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Champions League - 2. Qualifikationsrunde
Dienstag, 22. Juli


Celtic Glasgow (Schottland) - KR Reykjavik (Island), Hinspiel 1:0
Auf dem Papier klang das Auswärtsspiel auf Island nach einer Partie, die ein Klub wie Glasgow auf der linken Arschbacke absitzt. Stattdessen quälte sich das Team von Teemu Pukki und Kapitän Scott Brown zu einem mühsamen 1:0, erst in der 83. Minute netzte Callum McGregor gegen den ältesten Vereins Island ein. Kurz: Celtic, das 1967 als erste britische Mannschaft den Pokal der Landesmeister gewann, bettelt um die Blamage im eigenen Stadion.

FC Levadia Tallinn (Estland) - Sparta Prag (Tschechien), Hinspiel 0:7
Zu Beginn der Quali fertigten die Esten den san-marinesischen S.P. La Fiorita mit 8:0 ab. Erst 1998 durch das Investment einer Metallfirma gegründet und jetzt schon ein Kantersieg gegen ein europäisches Spitzenteam! Doch Sparta Prag zeigte wenig Lust mitzufeiern und schenkte Tallinn im Hinspiel unkollegiale sieben Dinger ein. Auf Tallinn wartet also entweder ein Wunder oder eine Tracht Prügel bei den Tschechen, deren Briefkopf sich liest wie die gemeinste Aufgabe, die ein Logopäde seinem rheinländischen Patienten auftischen kann: zwanzigfacher tschechoslowakischer Meister, achtfacher tschechoslowakischer Pokalsieger, zwölffacher tschechischer Meister, achtzehnfacher tschechischer Pokalsieger. Und bald wohl auch sicher qualifiziert für Runde 3. (Das immerhin ist unfallfrei vorlesbar.)

Ludogorez Rasgrad (Bulgarien) - FC Düdelingen (Luxemburg), Hinspiel 4:0
Die Luxemburger aus Düdelingen träumen immer noch vom Sommer 2012, als man Red Bull Salzburg dank der Auswärtstorregel aus dem Wettbewerb warf. Doch für den Ex-Klub von Dino Toppmöller (4 Spiele, 2 Tore) geht es im Nordosten Bulgariens nur noch um die Ehre. Immerhin dürfen sie Fortuna einmal aus der Nähe bestaunen. Der weibliche Adler wurde Rasgrad im letzten Jahr von Lazio Rom geschenkt, nachdem man die Italiener aus der Europa League geworfen hatte. Besonders gut scheint es ihr dort aber nicht zu gefallen: Schon mehrmals versuchte der Vogel während der Spiele aus dem Stadion zu fliehen.

KF Skenderbeu Korca (Albanien) - BATE Baryssau (Weißrussland), Hinspiel 0:0
Ein torloses Remis im Hinspiel, das war zu wenig für die Weißrussen. 2012 veralberten sie den späteren Triple-Sieger Bayern München in der Gruppenphase noch mit 3:1. Vor dem Rückspiel wird der Ton nun martialisch: Auf der offiziellen Homepage ließ Baryssau verlautbaren, dass »die Armee« von Trainer Ermakovich den Nationalflughafen Minsk Richtung Albanien verlassen habe. Doch im ostalbanischen Korca kennt man sich aus mit dem Kampf um Leben und Tod. Der Klub ist benannt nach Fürst Skanderberg, der das Land jahrelang gegen die Osmanen verteidigte. Prognose: Es riecht nach Pazifismus.

Mittwoch, 23. Juli

St Patrick's Athletic FC (Irland) - Legia Warschau (Polen), Hinspiel 1:1
In Dublin kommt es zum Hauptstadtduell und für St Patrick's vermutlich zum zweiten Auswärtsspiel in Folge. Weil der heimische Richmond Park bei UEFA-Partien nicht einmal 2000 Plätze bietet, zieht das Team ins größere Tallaght Stadium um. Nun werden allerdings mehrheitlich Polen aus allen Ecken der britischen Inseln erwartet, die die vom norwegischen Ex-United-Innenverteidiger Henning Berg trainierten Warschauer in die nächste Runde schreien wollen. Dort wartet – wenn alles nach Plan läuft – Celtic Glasgow. Oder, siehe oben, das Dann-Sensationsteam aus Reykjavik.

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