Im Freudentaumel über den Titel bei der Klub-WM lieferte Guerrero nun eine Erklärung, warum er in Deutschland nicht regelmäßig sein ohne Frage herausragendes fußballerische Potenzial abrufen konnte. Nicht am Trainer, nicht an den Mitspieler - oder gar am Spielsystem hat es gelegen. Nein, das norddeutsche Schmuddelwetter war Schuld. »Während meiner Zeit in Hamburg war ich sehr besorgt und auch häufig wütend. Ich war ganz oft einfach nur aufgeregt. Das Wetter dort hat eine Menge beeinflusst«, klagte Guerrero.
Unter der Sonne Brasiliens hat der Mittelstürmer nun endlich wieder sichtlich Spaß an seinem Beruf gefunden. »Hier gibt es Lebensqualität. Ich bin immer glücklich und lache jeden Tag«, beschreibt Guerrero sein aktuelles Stimmungshoch.
Sogar Ronaldo verneigte sich vor Guerrero
Zwar verlief der Start in Brasilien auch bedingt durch einige Blessuren eher holprig. Sieben Partien musste Guerrero auf seinen ersten Treffer für den Klub aus der Millionenmetropole Sao Paulo warten, der in diesem Jahr die Copa Libertadores gewonnen hatte. In den verbleidenden neun Saisonspielen gelangen ihm dann allerdings noch sechs Tore. Eine vernünftige Quote. Doch spätestens seit seinem Siegtor gegen Chelsea liegen ihm die Corinthians-Fans nun zu Füßen.
Selbst Brasiliens Fußball-Legende Ronaldo verneigte sich vor dem Matchwinner. »Das war die beste Art und Weise, die Kritiker ruhigzustellen. Was für eine Freude! Ganz große Klasse, Guerrero!«, jubelte »O Fonómeno« per Twitter. Der Ex-Weltmeister hatte seine Profikarriere 2011 im Dress von Corinthians beendet.
In der Heimat lieben sie den »kleinen Krieger« ohnehin mittlerweile. Von der Skandalnudel zum Vorbild – in jeder Hinsicht. Als Fan Nummer eins wirbt Guerrero in Spots und auf Plakaten für die Nationalelf. In Yokohama lief er eingehüllt in die rot-weiße Flagge Perus jubelnd über den Rasen und schickte eine patriotische Botschaft an seine Landsleute: »Peru ist immer in meinem Herzen. Diesen Titel widme ich auch meiner Heimat.«