Offener Brief an die größten Spaßverderber der Liga

So nicht, Bayer Leverkusen

Offener Brief an die größten Spaßverderber der Liga

Sehr geehrte Bayer Leverkusen Fußball GmbH,

in den vergangenen Wochen haben uns viele Ihrer Mitbewerber in der Bundesliga eine solche Fülle vergnüglicher Stunden geschenkt, wie wir sie seit Jahren nicht erlebt haben. Nachdem offensichtlich ein humoristisch begabter Geist eifrig LSD in die Trinkwasserflaschen gefüllt hatte, gerieten die meisten Klubs in einen ungebremst psychedelischen Taumel. Neunmalkluge Holländer bekamen die bayrische Auslaufrille gezeigt. Königsblaue Fleischkönige meuchelten Trainer-Allmächtige, die schneller als im Swinger Club das Bett wechselten und bei Autokonzern-Göttern im Phaeton landeten. Nordish by Nature wurde im Zeichen der Raute zum Slogan der Unregierbarkeit. Und als ein staubtrocken dauerseriöser Ostwestfale am Main einen Trainer verpflichtete, den man als staubtrocken dauerseriös nicht ernsthaft bezeichnen kann, waren alle Entgrenzungen vorstellbar.

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Seitdem läuft die Witzeproduktion darüber, was denn in den nächsten Tagen noch alles passieren könnte, auf Hochtouren. Sogar beim Deutschen Fußball-Bund gruselt sich das Trainerteam vor den Toren von Kaiserslautern schon lustvoll vor dem Moment, wo durch eine knarrende Tür der gute Sepp Herberger tritt und den Einsatz von Fritz Walter befiehlt. Abgenickt wird die Entscheidung von seinem Assistenten Dettmar Cramer.

Es hat Chancen gegeben, auf den Zug des Irrsinns aufzuspringen

Während allenthalben genug los war, um begeistert fassungslos den Kopf zu schütteln, habt ihr in Leverkusen euch allerdings als zutiefst humorlose Spielverderber erwiesen. Dabei hat es wunderbare Chancen gegeben, auf den Zug des Irrsinns aufzuspringen, als Jupp Heynckes trotz  flehentlicher Bitten seinen Vertrag zum Saisonende nicht verlängern wollte. Man hätte ihn aus branchenüblichem Beleidigtsein gleich rauswerfen müssen. Und dann Christoph Daum zurückholen, um alle Geister der Vergangenheit zu wecken, die ja noch stärker als LSD waren. Oder man hätte das als Bewältigung des alten Traumas begriffen.

Außerdem wären zu Daums Vorstellung auch viel mehr Leute gekommen als die mieseligen Zweitausend in Frankfurt. Von der Amtsübernahme bis zum Saisonende hätte Daum dann Wolfgang Holzhäuser und Rudi Völler als Vorstände von Bayer gestürzt, um anschließend Reiner Calmund aus seiner Hölle der Twitter-Nachrichten und Kochshows zu befreien.

Das gehört sich in der Bundesliga einfach nicht!

So hätte es sein können, aber ihr in Leverkusen versteht natürlich überhaupt keinen Spaß, auch wenn ihr mit eurer »Werkself« ja immer so verdammt selbstironisch sein wollt. In Wirklichkeit zeigt ihr euch nach dem angekündigten Abgang von Jupp Heynckes nicht nur erschütternd entspannt, sondern auch gut vorbereitet (Das gehört sich in der Bundesliga einfach nicht!): Fünf Minuten nach dem Farewell von Don Jupp gebt ihr die Verpflichtung des neuen Trainers bekannt, der mit Robin Dutt auch eine so was von einleuchtende Wahl ist, dass es schon weh tut. Aber man kennt das ja von euren Transfers, die auch immer so unappetitlich durchdacht sind.

Da wird wirklich überlegt, wer eigentlich warum für welche Position geholt wird. Ja, selbst die Geschichte mit Michael Ballack scheint sich inzwischen noch als sinnvoll zu erweisen. Nein, liebe Leverkusener, so geht das nicht! Wenn ihr so weitermacht, werdet ihr am Ende noch Meister.

Sagt warnend,

Christoph Biermann

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